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GVU stellte 2006 weniger Strafanträge wegen Urheberrechtsdelikten

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Die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) hat im Jahr 2006 weniger Strafanträge gestellt (1843) als im im vorvergangenen Jahr (2549). Auch die Zahl der mit Verurteilung oder Verfahrenseinstellung abgeschlossenen Vorgänge war dem heute veröffentlichten Jahresbericht zufolge leicht rückläufig.

GVU-Geschäftsführer Ronald Schäfer führt die zögerlichere Bearbeitung der Strafanträge durch die Staatsanwaltschaften unter anderem auf die Massenstrafanzeigen -und Abmahnungen der Anwaltskanzlei Schutt-Waetke zurück. "Da handelt es sich um einen Missbrauch der Strafverfolgungsbehörden, der die Bereitschaft zur Ermittlung von Urheberrechtsdelikten bremst", kritisierte er. "Diese Massenanzeigen sind sicherlich ein Geschäftsmodell, sorgen aber dafür, dass uns große Fische durch die Lappen gehen."

Die Privatermittler der Film- und Computerspieleindustrie zogen dennoch eine positive Bilanz ihrer Arbeit im vergangenen Jahr. Gut angelaufen sei die Operation "First Seeder Kill". Dabei ermittelt die GVU mit technischer Unterstützung des Unternehmens P4M Personen, die illegale Filmdateien als erstes in Tauschbörsen einstellen.

Im Jahr 2006 habe die GVU Releases von 35 Filmwerken genau beobachtet. Dabei habe sich herausgestellt, dass zwei Personen jeweils 12 Mal als "First Seeder" aktiv gewesen seien. Vier Personen haben demnach je drei Filme in Umlauf gebracht, eine Person zwei Filme. Die GVU habe jeweils Strafverfahren gegen die identifizierten Personen eingeleitet. (hob)