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Galaxy S4 angetestet

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Ab Samstag ist Samsungs neues Spitzenmodell im Handel – die 16-GByte-Version kostet stolze 730 Euro.

Ab Samstag gibt es Samsungs neues Flaggschiff Galaxy S4 zu kaufen. Nachdem Sony mit dem Xperia Z und HTC mit dem One Smartphones mit Full-HD-Display vorgelegt haben, will sich Samsung nun wieder die Krone der Android-Smartphones schnappen, mit einem AMOLED-Display, einem leistungsstarken Prozessor und einer Palette neuer Funktionen von Gestensteuerung bis "Health Monitoring".

Kurz vor Marktstart erreichte die c't-Redaktion ein Testgerät. Einen ersten Durchgang durch die c't-Testlabore hat es gemacht: Testen konnten wir bereits das Display, die Gestensteuerung, die Kamera und die Prozessor- und Grafikleistung. Das Gehäuse ist übrigens nicht viel größer als das des Galaxy S3, trotz des 5-Zoll-Displays, es ist nichtmal ein Millimeter länger und einen Millimeter dünner als das S3 mit 4,8-Zoll-Bildschirm; Grund ist der schmalere Rahmen.

Das Galaxy S4 ist das erste Smartphone mit Full-HD-Display in AMOLED-Technik. Es zeigt 1920 × 1080 Bildpunkte auf 5 Zoll Displaydiagonale, was einer Auflösung von 441 ppi entspricht. Texte und Bilder sehen darauf extrem scharf aus. Ein Nachteil von AMOLED-Displays: Aufgrund der ungewöhnlichen Pixelstruktur wirken Buchstabenränder und Kanten ausgefranst – beim S4 sieht man die Fransen aufgrund der hohen Auflösung selbst bei genauem Hinschauen nicht; aber schon bei anderen AMOLED-Displays ab etwa 300 dpi erkennt man die Fransen nur noch mit einer Lupe.

Im Vergleich: Die Subpixel-Struktur des Galaxy S4 (links) und des HTC One (rechts)

Der Farbraum des Galaxy S4 (schwarze Linie) ist ein ganzes Stück größer als der vom HTC One (lila) und iPhone 5 (orange).

Abgesehen von der hohen Auflösung entsprechen die Messwerte des Displays in etwa denen des Vorgängers Galaxy S3. Farben sehen darauf schön kräftig und natürlich aus; der Farbraum entspricht in etwa Wide Gamut und übertrifft Konkurrenten wie das HTC One und das iPhone 5 (und viele PC-Displays) um ein ganzes Stück. Der Kontrast ist extrem hoch, egal aus welchem Winkel man aufs Display schaut. Allerdings bekommt das Display beim Blick von der Seite einen Blau/Grün-Stich, was aber kaum stört. AMOLED-üblich leuchtet es nicht besonders hell (maximal 292 cd/m², gemessen auf einem Schachbrettmuster), bei Sonnenschein ist auf dem stark spiegelnden Display kaum noch etwas zu erkennen.

Beispielfoto mit dem Galaxy S4

Die Fotos der 13-Megapixel-Kamera sind in allen Belangen wirklich gut. Sie zeigen ein gutes Rauschverhalten, eine sehr gute Farbwiedergabe mit fast durchgängig perfekten Farben, und die gemessene Auflösung liegt mit durchschnittlich 90 Prozent nahe an der theoretischen.

Auch in der Praxis überzeugen die Fotos durch stimmige Farben und hohe Detailtreue. Selbst die Panorama-App ist brauchbar. Die 360°-Panoramen zeigen nur wenige Stitching-Fehler, unser im Querformat aufgenommenes Testfoto bringt eine beeindruckende Auflösung von 22.032 × 1552 Pixel. Videos in Full-HD brauchen etwas Zeit zum Fokussieren, Ruckler haben wir erwartungsgemäß nicht gesehen.

Samsung hat ein paar zusätzliche Sensoren eingebaut. Man braucht damit etwa nicht einmal mehr den Touchscreen zu berühren, um eine Funktion auszulösen. So erhält man durch Bewegen des Fingers über dem Glas zum Beispiel im Kalender ein Popup-Fenster mit den Terminen des Tages, im Browser gibt es eine Lupenfunktion, im Ruhemodus blendet das Gerät kurz Informationen zu Akkustand und verpassten Anrufen ein.

Auch auf die Augen des Nutzers passt das S4 auf Wunsch auf: Mit aktivierter Augensteuerung überwacht die Frontkamera die Kopfhaltung und scrollt nach unten, wenn man den Kopf neigt -- Heben des Kopfes scrollt nach oben. Scrollen funktioniert dank Gestensensor auch per Wischen mit der Hand über dem Gerät, ohne es zu berühren. Wie sich diese Steuerungsmöglichkeiten im Alltag bewähren und ob sie die Akkulaufzeit merklich verringern, können wir erst in den nächsten Tagen messen.

Das Galaxy S4 hat einen 4-Kern-Prozessor von Qualcomm mit 1,9 GHz und die GPU Adreno 320, letztere ist auch schon im Google Nexus 4, im HTC One und im Sony Xperia Z eingebaut.

Mit dieser mächtigen Kombination laufen selbst aufwendigere Spiele flüssig und die Oberfläche flutscht ohne Verzögerung. In den Browserbenchmarks hängt das S4 alle bisher getesteten Smartphones ab: Den JavaScript-Benchmark Sunspider durchläuft es in nur 799 ms (iPhone 5: 926 ms; HTC One: 1057 ms).

Auch im GLBenchmark für Grafik spielt das Galaxy S4 in der obersten Klasse. Der Adreno-320-Chip schafft im Egypt HD (Offscreen-Modus, 1080p) 39 fps, der im HTC One nur 34 und der im Xperia Z nur 30. Das dürfte an den langsamer taktenden CPUs liegen: Der Quadcore im One taktet mit 1,7 GHz, der im Xperia Z mit 1,5 GHz.

Die ersten Testergebnisse beeindrucken: Die Kamera macht sehr gute Fotos und schöne Videos mit stimmigen Farben, das Gespann aus CPU und GPU ist das leistungsstärkste, das wir bisher in einem Smartphone gesehen haben. Und mit den kräftigen Farben, dem hohen Kontrast und der Schärfe gehört das Display zur absoluten Spitze; das vom HTC One leuchtet zwar heller, hat aber nicht so kräftige Farben.

Einen ausführlichen Test des Galaxy S4 inklusive Laufzeitmessungen lesen Sie in der kommenden Ausgabe 11/13 der c't. (acb)