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Game Developers Conference setzt Schwerpunkt auf Virtual Reality

Auf der weltgrößten Konferenz in San Francisco planen Entwickler die VR-Spiele von morgen. HTC, Oculus und Sony zeigen ihre fertigen VR-Brillen in Aktion.

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(Bild: Hartmut Gieselmann)

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Seit drei Jahren gärt das Thema Virtual Reality in der Spielebranche. Während Anwender bereits günstige Smartphone-Adapter für 360-Grad-Filme und kleine Spielchen kaufen können, sollen die großen Systeme für Desktop-PCs und Konsolen erst in diesem Frühjahr folgen. So plant Oculus die Auslieferung der ersten Rift-Modelle bereits Ende des Monats. Gut eine Woche später sollen Vorbesteller der HTC Vive ihre VR-Brillen ebenfalls in den Händen halten. Sony will mit der Playstation VR hingegen erst im Herbst nachziehen.

Jahr für Jahr treffen sich über 20.000 Spielenentwickler im März in San Francisco auf der Game Developers Conference (GDC), um ihre neuesten Konzepte für künftige Spiele vorzustellen und Programmiertipps zu geben. In diesem Jahr bekommt das Thema Virtual Reality mit der VRDC seine eigene Unterkonferenz. Die ganze Woche von Montag bis Freitag ist mit unzähligen Vorträgen gespickt. Dazu stellen weit über hundert VR-Studios ihre neuesten VR-Spiele vor, für die etwa die GCD eine eigene Lounge eingerichtet hat.

Im Mittelpunkt stehen die Stände von Oculus und Valve, die nicht nur ihre finale Brillen-Hardware zeigen, sondern auch die für die kommenden Monaten geplanten VR-Spiele. Oculus will seine Rift zunächst nur mit einem Xbox-Gamepad ausliefern und setzt zum Start auf VR-Umsetzungen eher konventioneller Spielkonzepte, die im Stehen oder Sitzen gespielt werden, wie einen Weltraum-Shooter (Eve: Valkyrie) und ein Jump&Run (Luckie's Tale). Durch die Finanzierung einiger Studios sicherte sich Oculus zudem zahlreiche Exklusivrechte.

HTC und Valve, die gemeinsam die Hard- und Software für die Vive entwickeln, setzen hingegen von Anfang an auf das sogenannte Room Scale VR. Bei diesem kann der Spieler sich frei in einem kleinen Raum von 4 bis 12 Quadratmetern bewegen und mit zwei Handcontrollern direkt mit virtuellen Gegenständen interagieren. Oculus will derartige Room-Scale-VR-Spiele erst im zweiten Halbjahr ermöglichen, wenn die zusätzlichen Oculus-Touch-Controller mit einem weiteren Kamera-Sensor auf den Markt kommen.

Bei der Software-Unterstützung setzen Valve und HTC auf den OpenVR-Standard und finanzieren keine Exklusiv-Titel. Dadurch findet man bereits jetzt sehr viele kleine experimentelle VR-Spiele in der Steam-Bibliothek. Die Vorbereitungen für den Marktstart der Vive laufen auf Hochtouren: Rund zweimal am Tag veröffentlicht Valve derzeit ein neues Update für seine VR-Software, -Treiber und -Firmware. Während die Vive-Pre-Hardware bei unserem ersten Test für Begeisterung sorgte, bemerkten wir jedoch auch noch zahlreiche Software-Mängel, die inzwischen jedoch weitgehend behoben wurden.

Software für die HTC Vive (14 Bilder)

Zur Vive mitgelieferter Launch-Titel Fantastic Contraption: Das Tüftelspiel bietet nicht nur eine wunderschöne Bonbon-Welt, sondern auch eine extrem gelungene Hand-Steuerung.
(Bild: c't)

Als Dritter im Bunde will Sony in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch die Playstation VR-Brille samt neuer VR-Spiele vorstellen. Eventuell verrät Sony dann auch den Preis und ein genaueres Datum, wann die Brille Ende des Jahres auf den Markt kommt. Die Japaner benötigen etwas länger, weil sie für das Konsolengeschäft ein ausgereiftes und sehr einfach zu bedienendes Gerät herausbringen müssen. Sie dürfen sich nicht wie Valve auf ein Update-Feuerwerk noch wenige Tage vor der Veröffentlichung einlassen.

Technisch machte das PSVR-System bei den bisherigen Präsentationen einen sehr guten Eindruck, vor allem mit seinem angenehmen Tragekomfort. Die geringere Rechenleistung der PS4-Konsole macht Sony mit einigen Programmiertricks wieder wett, sodass VR-Spiele mit bis zu 120**Hz mindestens ebenso flüssig laufen wie auf größeren Desktop-PCs. Dank der eigenen Entwicklungs-Studios darf man von Sony aufwendig produzierte VR-Spiele erwarten. So will der japanische Star-Entwickler Tetsuya Mizuguchi auf der GDC einen Rückblick auf sein Musik-Spiel "Rez" geben, dass der derzeit in eine VR-Version für PSVR portiert. Mit dem Tracking der einen Playstation-Kamera ist hier zwar kein echtes Room-Scale-VR möglich, die Move-Hand-Controllern erlauben jedoch mit VR-Gegenständen zu hantieren.

Neben Spielen stellen Vertreter aus der Film- und Musik-Branche ebenfalls ihre neuesten Techniken vor, wie sie Trick- und Spielfilme in VR produzieren und das ganze in einen Rundum-Sound verpacken.

heise online wird die Woche über von der GDC berichten und die neuesten VR-Entwicklungen vorstellen.

(hag)