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"Gamergate": Spieleentwicklerin flüchtet vor Online-Drohungen

In der "Gamergate"-Debatte musste nach heftigen Drohungen erneut eine Frau aus ihrer Wohnung flüchten. Sie hatte gelästert, dass sich die Diskussion angeblich um Korruption drehe, aber mehr aus sexistischen Ausfällen besteht.

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Brianna Wu hat die unsäglichen Drohungen dokumentiert.

(Bild:  @Spacekatgal )

In der Debatte um Sexismus in Videospielen und angebliche Korruption in der US-Spielepresse bekam nun eine weitere Frau derart persönliche Drohungen, dass sie aus ihrer Wohnung flüchtete. Wie Recode berichtet, kontaktierte die Spieleentwicklerin Brianna Wu vergangenen Freitag nach einer Reihe heftiger Belästigungen die Polizei und verließ mit ihrem Ehemann die gemeinsame Wohnung. Gegenüber der US-Seite gab sie sich demnach überzeugt, dass die Drohungen aus dem Umfeld der "Gamergate"-Community kamen. Sie habe entsprechende Foren beobachtet.

Zum Ziel wurde Wu, die mit Giant Spacekat hinter dem Spiel "Revolution 60" steht, offenbar, nachdem sie einen Bilderwitz über die Verteidiger von "Gamergate" auf Twitter gepostet hatte. Danach wurde sie massiv beschimpft und belästigt, bis schließlich ihre Adresse veröffentlicht wurde. Daraufhin habe sie sich an die Polizei gewandt und ihre Wohnung verlassen. Gegenüber Kotaku bestätigte die zuständige Polizeidienststelle, dass in dem Fall ermittelt werde. Der Twitter-Account, unter dem die Drohungen verbreitet wurden, ist inzwischen gesperrt.

Dieser Bilderwitz war offenbar der Auslöser für die Hetze.

(Bild:  @Spacekatgal )

"Gamergate" ist eine Reaktion auf eine vor Monaten wieder aufgeflammte Debatte über Sexismus in Videospielen. Kritiker dieser Diskussion versuchten daraufhin, diese zu diskreditieren, es entwickelte sich unter dem Stichwort "Gamergate" eine Kampagne gegen eine angeblich zu enge Verflechtung von Spieleentwicklern und Spielejournalisten. Davor und in deren Verlauf wurden die feministische Spielekritikerin Anita Sarkeesian sowie die Spieleentwicklerin Zoe Quinn aus ihren Wohnungen vertrieben und später erfolgreich die Einstellung einer Intel-Werbekampagne auf Gamasutra gefordert. Wu hatte sich mit ihrem Tweet nun darüber lustig gemacht, dass sich "Gamergate" angeblich gegen Korruption richtet, aber vor allem aus sexistischen Belästigungen von Frauen aus der Spieleszene besteht. (mho)

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