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Gamescom 2015: HTC zeigt VR-Brille Vive mit Funk-Controllern

Das VR-System von HTC und Valve soll nach wie vor Ende des Jahres erscheinen, die Hardware aber noch überarbeitet werden.

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VR-System

(Bild: c't)

HTC zeigt auf der Gamescom in Köln die neueste Version seines Virtual-Reality-Kits Vive, das der Hersteller zusammen mit Valve Software entwickelt.

Gegenüber der ersten Version des VR-Kits Vive, die im März auf der GDC in San Francisco gezeigt wurde, hat der Hersteller die beiden Controller verbessert. Sie halten nun per Bluetooth Kontakt zum Rechner, die Brille ist weiterhin mit einem Kabelstrang aus HDMI, USB 3.0 und Stromversorgung mit dem Rechner vernabelt. Dazu setzt der Spieler einen separaten Kopfhörer auf. Allerdings ist die Hardware des in Köln gezeigten Sets noch immer nicht final. HTC will in der Verkaufsversion noch einen Kopfhörer einbauen, man wird jedoch über eine Buchse weiterhin ein eigenes Modell anschließen können.

Die aktuelle Vive-Brille ähnelt den Developer Versionen der Oculus Rift. Obwohl der Verkauf noch in diesem Jahr beginnen soll, will HTC noch Kopfhörer einbauen.

(Bild: c't)

Zum Verkaufsstart konnte HTC selbst auf konkrete Nachfragen noch immer keine Angaben machen, weder zum Preis, noch zum Termin; noch den Bestell- oder Bezugs-Modalitäten. Doch obwohl das finale System noch immer geheim gehalten wird, soll Vive Ende des Jahres verfügbar sein – zunächst nur in kleinen Stückzahlen für Enthusiasten. Die Massenproduktion soll dann 2016 hochfahren.

Das erste System wird mit Windows-Rechnern zusammenarbeiten. Auf der Gamescom laufen die Demos auf Windows-7-Rechnern. Dazu benötigt man eine potente Grafikkkarte, die die VR-Spiele mit 90 fps flüssig darstellen. Hersteller Nvidia verspricht sich durch VR eine neue Nachfrage nach Hochleistungskarten und zeigt deshalb das Vive-System ebenfalls auf seinem Gamescom-Stand.

Das Besondere an Vive sind zwei Laser-Tracker, die im für das menschliche Auge unsichtbaren Bereich ein spezielles Muster ausstrahlen, mit denen die Sensoren in Brille und Kontrollern ihre Raumposition millimetergenau erkennen können. Für Spiele bei denen der Spieler steht und mit Objekten im virtuellen Raum agiert empfiehlt HTC, mindestens eine Fläche von drei mal vier Metern frei zu räumen. Circa 30 cm vor einer realen Wand (oder einer gedachten Grenze, die der Nutzer konfigurieren kann) blendet die Software ein Gitternetz ein, sobald der Spieler ihr zu nahe kommt.

Jedes Vive-Kit wird mit zwei kabellosen Bluetooth-Controllern ausgeliefert.

(Bild: c't)

Damit der Spieler innerhalb dieses begrenzten realen Raumes größere virtuelle Areale erkunden kann, experimentiert Valve mit Beaming und Größenskalierungen. Eine neue Demo auf der Gamescom zeigt einen Fantasy-Shop aus dem DOTA-Universum. Der Spieler kann hier ein Lichtkugel auf verschiedenen Punkten platzieren, voraufhin er augenblicklich schrumpft und einen Tisch oder ein Fenstersims als Däumling erkunden kann. Neben solchen Raum-Spielen wird Vive aber auch VR-Titel unterstützen, die im sitzen gespielt werden können. Man muss also das Wohnzimmer nicht zwingend leerräumen.

Welche Spiele oder VR-Anwendungen mit dem Vive-System an den Start gehen, ist weiterhin unklar. HTC spricht von vielen kleinen Indie-Entwicklern. Womit Valve zum Vive-Start auf den Markt kommt, ist weiterhin geheim. (hag)