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Gamescom: Capcoms dystopischer Erinnerungsmechanismus

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Wie in einem futuristischen GTA kann die Stadt von "Remember me" frei erkundet werden.

(Bild: Capcom)

"Einen hab ich noch", sagte Capcoms Firmensprecher, nachdem er die üblichen Verdächtigen "Resident Evil 6", "Lost Planet 3" und "Devil May Cry" vorgestellt hatte. Neben den etablierten Serien hat der japanische Publisher noch eine Neuentwicklung in Petto.

Entwickelt vom französischen Studio Dontnod erinnerte "Remember me" an einen bunten Potpourri bekannter dystopischer Film-Szenarien der letzten Jahre: Im Jahr 2084 -- Hundert Jahre nach Orwell -- lassen sich Erinnerungen wie Filme aufzeichnen und verändern, was einen -- der Film "Strange Days" lässt grüßen -- lebhaften Handel mit fremden Erinnerungen in Gang gesetzt hat. Der Spieler schlüpft in die Rolle der Agentin Nilin, deren Spezialität es ist, die Erinnerungen anderer Menschen zu manipulieren. Dazu dringt sie -- ähnlich wie im Film "Inception" -- in die Gedanken anderer ein und verändert die Abläufe der in den Erinnerungen gespeicherten Geschehnisse. Letztlich muss Nilin, die selbst unter einer Amnesie leidet, ihre eigene Identität wiederfinden -- das kennt man ja aus "Total Recall" und "Die Bourne-Identität".

Die Szenen zur Gedächtnismanipulation wechseln in eine schwarzweiße Ansicht. Der Spieler muss einzelne Objekte verändern, um den Ausgang gemäß der vorgegebenen Aufgabe zu beeinflussen.

(Bild: Capcom)

Der Spieler kann die futuristische Stadt in dem Open-World-Szenario frei bereisen und einzelne Missionen annehmen. In der kurzen Spielszene, die Capcom vorführte, wechselte das Spiel in einen Cyberspace-Level, sobald Nilin sich in das Gedächtnis eines Mannes einschlich. Zunächst lief dessen reale Gedächtnisszene ab, in der der Mann seine Frau mit einer Waffe bedroht, sie aber am Leben lässt. Anschließend muss der Spieler die Szene so abändern, dass der Mann seine Frau tötet. Dazu lassen sich verschiedene Objekte verändern. Entsichert man beispielsweise die Waffe des Manns, so löst sich ein Schuss und die Frau stirbt. Daraufhin denkt der Mann, er sei für den Tod seiner Frau verantwortlich und bringt sich selbst um. Tatsächlich lebt die Frau aber nach wie vor weiter, denn der Spieler hat lediglich die Erinnerung, nicht aber die Vergangenheit manipuliert.

Stilistisch ähnelt "Remember me" dem von Ubisoft auf der E3 vorgestellten "Watch Dogs" (das in Köln leider nicht zu sehen ist). Ursprünglich firmierte "Remember me" unter dem Namen "Adrift" und sollte bereits diesen Herbst für PS3 und Xbox 360 erscheinen. Jetzt soll es, inklusive einer Windows-Version, im Mai 2013 auf den Markt kommen. Leider zeigte Capcom keine spielbare Version, weshalb die Qualität des Spiels schwer zu beurteilen ist. Die gezeigten Szenen hinterließen jedoch einen vielversprechenden Eindruck, sodass sich Fans von Philip K. Dick den Titel merken sollten. (hag)