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Gamescom-Resümee: Die Tops und Flops der Redaktion

Spiele gab es auf der Gamescom natürlich zuhauf, und obwohl neue Blockbuster-Ankündigungen rar waren, fanden wir zahlreiche Geheimtipps und einige unerwartete Rohrkrepierer. Trotz ausverkauftem Haus lief die Messe dieses Jahr erstaunlich rund.

Gamescom-Resümee: Die Tops und Flops der Redaktion

(Bild: Hartmut Gieselmann / heise)

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So groß wie in diesem Jahr war die Gamescom noch nie. Hier ziehen wir ein Resümee und stellen in der Bilderstrecke unsere persönlichen Highlights und Enttäuschungen vor. Wir von der Heise-Redaktion waren zusammen mit unseren Autoren erstmals mit einem neunköpfigen Team vor Ort. Denn nicht nur, dass Messe und Konferenzen um einen Wochentag vorverlegt wurden, auch das Begleitprogrmm ist angewachsen.

Einen Überblick über alle Heise-Meldungen zur Gamescom mit über 70 Neuvorstellungen, Hands-on-Impressionen und Hintergrundinfos gibt unsere Gamescom-Themenseite.

Groß auf trumpften in diesem Jahr die polnischen Entwickler. Im Schatten vom CD Project Red ist bei unseren Nachbarn eine florierende Entwicklerszene entstanden, die inzwischen zur Weltspitze gehört. Selbst wenn CD Project Red in diesem Jahr "nur" den Witcher-Ableger "Gwent" zeigte, so staunten wir nicht schlecht bei der VR-Demo über Tschernobyl von The Farm 51 oder dem raffinierten rundenbasierten Taktikspiel "The Phantom Doctrine" von Creative Forge Games.

Davon kann man im Land der ehemaligen Dichter und Denker viel lernen. Immerhin versprach die Kanzlerin bei ihrem minutiös durchchoreografierten Wahlkampfauftritt, Game-Entwickler in Deutschland künftig stärker unterstützen zu wollen. Man darf gespannt sein, ob dem auch konkrete Taten folgen. Sinnvoll wäre es allemal, sich breiter aufzustellen, denn wenn ein Industriezugpferd mal strauchelt – und sei es nur wegen ein paar "läppischer" Milligramm Stickoxid – dann ist es gut, wenn andere Branchen einspringen können. Dazu müsste aber hierzulande vor allem der Indie-Nachwuchs mehr gepflegt werden, sonst wandern die kreativen Köpfe weiter ab.

Immerhin hat man sich beim Konferenzprogramm drumherum ein wenig von den US-Amerikanern emanzipiert und mit der Devcom statt der GDC seine eigene Konferenz auf die Beine gestellt. Gewiss kann man sich darüber streiten, ob es sinnvoll ist, eine solche Konferenz an einem Sonntag zu starten, und auch die Bestückung mit hochkarätigen Referenten ist sicherlich ausbaufähig. Ein erster Schritt ist aber immerhin getan.

Insgesamt hat die Terminvorverlegung (der Pressetag war erstmals am Dienstag, für Besucher wurde bereits am Mittwoch geöffnet) zu einer deutlichen Entspannung geführt – dazu trug nicht zuletzt die Verlängerung der Öffnungszeiten der Business-Hallen von 9 bis 20 Uhr bei. Obwohl die Besucherhallen mal wieder an allen Tagen ausverkauft waren, hielt sich das Gedränge -- zumindest bei unserem Rundgang am Freitag – in Grenzen. Die Ordner leiteten die Ströme geschickt durch die Hallen und Außenflächen, zwischen den Hallen konnte man schnell ins freie und ein Päuschen machen. Hut ab vor so einer geschmiert laufenden Organisation.

In den Hallen dominierten vor allem die eSport-Titel. Unter riesigem Geschrei feuerten die Moderatoren die Fans von "League of Legends" & Co. an und schmissen digitale Karamellen ins Volk – Kölle Alaaf.

Da fiel es dann auch gar nicht so auf, dass die Menge an Premieren und Neuvorstellungen auf der Messe in diesem Jahr äußerst dürftig ausfiel. Microsoft kündigte "Age of Empires 4" an, ohne allerdings Spielszenen zu zeigen, und Ubisoft machte mit "Anno 1800" groß auf – immerhin ein Heimspiel für Blue Byte. Sonst gab es unter den Blockbustern nichts, was nicht schon auf der E3 gezeigt wurde.

Die zeitliche Nähe der Gamescom zur E3 ist schon länger ein Problem für die Publisher. Branchenprimus Sony zog denn auch seine Konsequenz und präsentierte in Köln nur ein Minimalprogramm. In Europa konzentriert sich der Konzern derweil auf die Games Week in Paris. Dort sollen Anfang November wieder neue Ankündigungen folgen. Take 2 reagierte noch radikaler und reiste erst gar nicht nach Köln an. Ihr Zugpferd Rockstar Games kann sich Messe-Auftritte wohl auch sparen, denn "Red Dead Redemption 2" wird sich im kommenden Jahr selbst dann zig Millionen mal verkaufen, wenn der Publisher es lediglich in einer Kleinanzeige ankündigt.

Doch dass die Gamescom bei den großen Publishern nicht die erste Geige spielt, kann die Messe auch zum Vorteil nutzen. So war der Indie Booth in Halle 10.1 mit 60 Entwicklern auf 1000 Quadratmetern größer als je zuvor. Hier konnten die Spieler die Entwickler der kleinen Studios direkt treffen und mit ihnen fachsimpeln. Vergleicht man die Qualität der Spiele mit denen der letzten Jahre, dann merkt man die Professionalisierung. Inzwischen können auch kleine Teams große Projekte wuppen, die dank der populären Engines wie Unreal und Unity relativ günstig zu produzieren sind und trotzdem klasse aussehen. (hag)

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