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Gamescom in Köln: Eine Woche Spiele

In der kommenden Woche steht Köln wieder ganz im Zeichen der Computerspiele. Interessenten müssen sich aber beeilen: Die Karten sind fast ausverkauft.

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Gamescom

(Bild: dpa, Oliver Berg)

Zur zehnten Ausgabe der Gamescom in Köln freuen sich die Veranstalter über neue Rekorde. In diesem Jahr wird die Messe erstmals über 1000 Aussteller in ihren zehn Messehallen versammeln – 355.000 Besucher werden erwartet. Wer noch keine Karten hat, muss sich beeilen: Die Messe rechnet damit, dass die Tagestickets noch vor Eröffnung ausverkauft sein werden. Bereits heute sind lediglich noch Tageskarten für Mittwoch und Donnerstag erhältlich. Je nach Auslastung der Messehallen werden zusätzlich aber auch noch Nachmittagstickets verkauft.

Hatte im vergangenen Jahr noch Bundeskanzlerin Angela Merkel die Branchenleitmesse besucht, werden in diesem Jahr die für Digitalisierung zuständige Staatsministerin Dorothee Bär und der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet am Dienstag die Messe eröffnen, die von Mittwoch bis Samstag für das allgemeine Publikum geöffnet ist.

Die Gamescom ist eingebettet in eine ganze Woche voller Spiele-Events. So beginnt bereits am Sonntag der Spieleentwickler-Kongress devcom. Am Montag findet der Fachkongress SpoBis statt, bei dem es um Vermarktung von Sport und E-Sport geht. Der Gamescom Congress am Mittwoch widmet sich den politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen rund um den Spiele-Markt.

Vor der Eröffnung der Messe präsentierte Felix Falk, Geschäftsführer des Branchenverbandes Game in Köln eine gemischte Bilanz. Der Spielemarkt ist in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um 17 Prozent gestiegen, im ersten Halbjahr 2018 wurden mehr als 1,5 Milliarden Euro umgesetzt – damit ist Deutschland als Absatzmarkt weltweit auf Platz 5.

Als Entwicklungsstandort liegt Deutschland jedoch weit zurück, der Anteil der in Deutschland entwickelten Spiele sank im Jahr 2017 auf gerade einmal 5,4 Prozent. Grund ist auch eine Umschichtung im Spielemarkt, die Smartphones haben den PC mittlerweile als am häufigsten genutzte Spieleplattform abgelöst. Statt Spiele zum einmaligen Kauf anzubieten, konzentrieren sich viele Anbieter immer mehr auf sogenannte Mikrotransaktionen, bei denen Spieler virtuelle Güter oder Zusatzinhalte kaufen können. Allein in diesem Segment gaben deutsche Spieler im ersten Halbjahr 866 Millionen Euro aus.

Die Branche nutzt die Messe auch, um bei der Politik für mehr Unterstützung zu werben. Zur Eröffnung treten Vertreter von CDU, SPD, Die Linke, Bündnis 90/Die Grüne und FDP zu einer Podiumsdiskussion an, in der sie ihre politische Unterstützung der Spiele-Entwicklung in Deutschland vorstellen wollen. So erhofft sich der Verband Game von der Bundespolitik die schnellstmögliche Umsetzung eines neuen Investitionspakets für Spieleentwickler, das auch die Förderung von international konkurrenzfähigen Blockbustern umfassen soll. Aber auch die Anerkennung des E-Sports und Erleichterungen im Rundfunkrecht stehen auf der Wunschliste.

Die Stadt Köln bemüht sich unterdessen so viele Spieler wie möglich an den Rhein zu locken. Beim Gamescom Festival treten ab Freitag auf zahlreichen Bühnen in der Innenstadt Bands kostenlos auf. Zusätzlich werden während der Abendstunden viele Gebäude am Rheinufer im Rahmen der Aktion "Light it up" des Lichtkünstlers Michael Batz illuminiert. Bereits am kommenden Wochenende findet die traditionelle Demoscene-Party Evoke statt. Von dem Computerspiele-Spektakel erhofft sich die Stadt einen zusätzlichen Besucheransturm: Über eine halbe Million Gäste werden insgesamt in der Gamescom-Woche erwartet.

(axk)

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