Gameserver-Angebot wird wegen Jugendschutzverschärfung eingestellt

Wegen der bevorstehenden Verschärfung des Jugendschutzgesetzes hat IP Entertainment angekündigt, ihr Gameserver-Hosting XG1 demnächst einzustellen.

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Von
  • Holger Bleich

Die bevorstehende Verschärfung des Jugendschutzgesetzes wirft ihre ersten Schatten voraus: Aufgrund der neuen Gesetzgebung stellt die Nürnberger IP Entertainment GmbH ihr Gameserver-Hosting XG1 am 31. Juli 2008 ein. In einer Mitteilung an die Kunden erklärt das Unternehmen: "Vor dem Hintergrund eines anhaltend negativen politischen Umfeldes und anlässlich der weiter gehenden Diskussionen und Gesetzesverschärfung sowie der damit verbundenen juristischen und wirtschaftlichen Unsicherheit für solche Angebote bleibt als konsequenter Schritt lediglich die Leistungseinstellung des Dienstes."

XG1-Geschäftsführer Timo Hilbertz erklärte, es machen keinen Sinn, "die Entwicklung und den E-Sport-Service in Deutschland weiter voranzutreiben". Das Risiko, als Anbieter eine Sperrungsverfügung zu erhalten oder die Grundlage des Angebots entzogen zu bekommen, sei so groß, "dass wir unsere erheblichen Investitionen nicht mehr sichern können." Im Gespräch mit heise online ergänzte Christian Seitz, Vorstand bei der Muttergesellschaft IP Partner AG, dass ein weiteres Engagement in Deutschland nicht mehr in Frage komme. Stattdessen gebe es konkrete Pläne, das Gameserver-Hosting samt Personal in die benachbarte Schweiz umzuziehen, wo eine wesentlich weniger scharfe Jugendschutz-Gesetzeslage herrsche.

Entspannter sieht man die Lage etwa beim Berliner Hoster Strato, der ebenfalls Gameserver für so genannte "Killerspiele" im Programm hat. Man stelle lediglich die Plattform für gemeinsame Spiele bereit, teilte Unternehmenssprecher Lars Gurow auf Nachfrage von heise online mit: "Um unsere Gameserver nutzen zu können, ist der Kauf einer Vollversion des jeweiligen Spiels erforderlich. Sollten Spiele einer Altersbeschränkung unterliegen, geschieht die Altersverifikation also beim Kauf." Aufgrund der vielfältigen im Markt angebotenen Spiele sei es "aus unserer Sicht nicht zielführend, alle Computer- und Netzwerkspiele pauschal gleichzusetzen und als 'Killerspiele' zu bezeichnen." (hob)