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Gartner senkt Wachstumsprognose für weltweite IT-Ausgaben

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Die Marktforscher von Gartner senken ihre Wachstumsprognose für die weltweiten Ausgaben für Informationstechnologie in diesem Jahr. Demnach sollen 2010 insgesamt 3,35 Billionen US-Dollar für IT investiert werden und damit nur noch 3,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Im April waren die Gartner-Experten noch von einem Wachstum von 5,3 Prozent ausgegangen, das allerdings maßgeblich dem Wertverlust des US-Dollars geschuldet war. Jetzt zieht der Dollar wieder an und beeinflusst die in der US-Währung gemessenen globalen IT-Investitionen.

"Die Staatsverschuldungskrise in Europa hat einen negativen Einfluss auf unsere Prognose für die IT Ausgaben", erklärte Gartner-Analyst Richard Gordon den Zusammenhang. "Der US-Dollar wurde gegenüber dem Euro im zweiten Quartal 2010 stärker, und dieser Trend wird sich höchstwahrscheinlich fortsetzen. Das schadet dem Wachstum von IT-Ausgaben in US-Dollar." Öffentliche Investitionen würden durch die Sparmaßnahmen der europäischen Regierungen gekürzt, aber auch die Ausgaben der Privatwirtschaft seien betroffen.

Der neuen Gartner-Prognose zufolge sollen die Ausgaben für Hardware in diesem Jahr um 9,1 Prozent auf 365 Milliarden US-Dollar steigen, während das Anschaffungsvolumen im Softwarebereich um 3,1 Prozent auf 229 Milliarden US-Dollar wachsen soll. Der Servicesektor legt laut Gartner um 2,9 Prozent auf 786 Milliarden US-Dollar zu. Am meisten Geld fließt den Analysten zufolge in die Telekommunikation, hier sollen die Ausgaben um 3,9 Prozent auf 1,97 Billionen steigen. Insgesamt bedeutet das eine leichte Erholung, im Krisenjahr 2009 waren die Ausgaben im Vergleich zu 2008 um durchschnittlich 4,9 Prozent gesunken.

Von positiven Signalen für die deutsche Technologiebranche hatte am Freitag der Bitkom-Verband berichtet: Die Krisenzeit sei überstanden und die Branche wieder im Aufwind. Insgesamt 69 Prozent der Unternehmen erwarten für das gerade abgelaufene Quartal einen steigenden Umsatz, jedes zweite Unternehmen wolle in diesem Jahr zusätzliche Mitarbeiter einstellen. (vbr)