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Telepolis

Gates Foundation will Toilette neu erfinden

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Die Bill & Melinda Gates Foundation legt in den nächsten Jahren einen Fokus auf die Verbesserung der Hygienebedingungen in Entwicklungsländern. Wie die Stiftung am Dienstag mitteilte, werden dazu zunächst 42 Millionen US-Dollar in verschiedene Projekte fließen, darunter ein Programm zur "Neuerfindung der Toilette". Ziel dieses Projektes ist die Entwicklung einer Toilette, die ohne Wasserzufluss, Abflussrohr sowie Elektrizität auskommt und laufende Kosten von weniger als 5 US-Cent pro Tag verursacht.

Gegenwärtig habe die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung in Entwicklungsländern keinen Zugang zu Wassertoiletten, heißt es in der Mitteilung. Mehr als 1 Milliarde Menschen müssen ihre Notdurft im Freien verrichten. Jährlich sterben 1,5 Millionen Kinder an Durchfallerkrankungen, die meisten dieser Todesfälle seien auf eine mangelhafte Hygiene zurückzuführen.

Keine Innovation in den letzten 200 Jahren habe mehr dazu beigetragen, Leben zu retten und die Gesundheit zu verbessern, als von der Erfindung der Wassertoilette angeführte Hygienerevolution. Davon würde aber nur ein Drittel der Weltbevölkerung in vollem Umfang profitieren, erklärte Sylvia Mathews Burwell, Chefin des Entwicklungsprogramms der Gates Foundation: "Es braucht neue Ansätze. Neue Ideen. Kurz gesagt: Wir müssen die Toilette neu erfinden."

Die Bill & Melinda Gates Foundation, zu deren Kuratoren auch der Finanzunternehmer Warren Buffet zählt, verfügt über ein Stiftungskapital in Höhe von mehr als 37 Milliarden US-Dollar. Im Jahr 2010 flossen 2,6 Milliarden US-Dollar Fördergeldzahlungen, der größte Teil davon in Entwicklungs- und Gesundheitsprojekte. In Projekte zur Verbesserung der Hygienebedinungen steckte die Stiftung bislang 265 Millionen US-Dollar. (jh)