Gateway mit Massenentlassungen

Der angeschlagene amerikanische Computerhersteller Gateway Inc. plant Massenentlassungen, einen möglichen Rückzug aus Europa und eine groß angelegte Umstrukturierung.

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Der angeschlagene amerikanische Computerhersteller Gateway Inc. plant Massenentlassungen, einen möglichen Rückzug aus Europa und eine groß angelegte Umstrukturierung. Dies hat Gateway am Dienstag nach Börsenschluss mitgeteilt.

Die Gesellschaft will in den USA 15 Prozent der Stellen streichen und 25 Prozent seiner globalen Belegschaft nach Hause schicken. Dies schließt einen möglichen Rückzug aus Europa ein, erklärte Gateway. Bereits Anfang August hatte das Wall Street Journal von entsprechenden Plänen berichtet – das Aus für die deutsche Gateway-Niederlassung wurde Ende Juli verkündet.

Gateway hat nach Angaben der amerikanischen Wirtschaftsnachrichtenagentur "Bloomberg" weltweit 20.000 Mitarbeiter und will 5.000 Stellen streichen. In den USA sollen laut Bloomberg 2.625 Jobs beseitigt werden.

Gateway schließt mit sofortiger Wirkung die unternehmenseigenen Operationen in Malaysia, Singapur, Japan, Australien und Neuseeland. Die Gesellschaft befindet sich momentan im Hinblick auf einen Vorschlag zum Ausstieg aus europäischen Schlüsselmärkten in Mitarbeiterkonsultationen. Gateway will innerhalb von 30 Tagen eine endgültige Ankündigung über seine europäischen Operationen machen.

Die Gesellschaft will auch eine Fabrik in Salt Lake City sowie Anrufzentren in mehreren amerikanischen Städten schließen.

Die Umstrukturierung dürfte im dritten Quartal 475 Millionen US-Dollar (eine Milliarden Mark/522 Mio Euro) vor Steuern kosten. Diese Schätzung enthalten 200 Millionen US-Dollar für den möglichen Ausstieg aus den europäischen Märkten, erklärte Gateway. Das Unternehmen erhofft sich jährliche Kostenerparnisse von 300 Millionen Dollar. Gateway will am Jahresende eine Milliarde Dollar an liquiden Mitteln in der Kasse haben.

Gateway erwartet für das dritte Quartal einen leichten Verlust vor Steuern, wenn man die Sonderbelastungen ausklammert. Der Computerhersteller rechnet damit, dass er im vierten Quartal wieder in die Gewinnzone zurückkehren wird. Gateway prognostizierte für das gesamte zweite Halbjahr einen leichten Gewinn vor Steuern, wenn man Sonderbelastungen unberücksichtigt lässt. Der inländische Absatz dürfte im dritten und vierten Quartal gegenüber den vorangegangenen Quartalsabschnitten zulegen.

Die Gateway-Aktien sind am Dienstag nachbörslich von 8,60 Dollar auf neun Dollar gestiegen. (dpa) / (wst)