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Gawker ist pleite und sucht Käufer

Milliardär Peter Thiel hat gewonnen: Eine von ihm finanzierte Klage hat Gawker Media ruiniert. Das Unternehmen hofft auf ein Leben nach dem Bankrott und sucht einen neuen Eigentümer.

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Hulk Hogan vor Gericht

Hulk Hogans Klage wegen eines Sexvideos hat Gawker Media ruiniert.

(Bild: dpa)

140 Millionen US-Dollar soll Gawker Media an Hulk Hogan zahlen, weil es eine intime Videoaufnahme veröffentlicht hatte. So viel Geld hat Gawker aber nicht. Daher hat das Blog-Netzwerk am Freitag seine Zahlungsunfähigkeit gemeldet und Gläubigerschutz nach US-Recht beantragt.

Das hält der Firma vorerst die Gläubiger vom Hals, damit es versuchen kann, sich neu aufzustellen. Weiterhin sucht Gawker nach einem Käufer. Laut New York Times hat die Mediengruppe Ziff Davis bereits ein Gebot von 90 bis 100 Millionen US-Dollar gelegt. Das würde die Funktion eines Rufpreis in einem gerichtlichen Versteigerungsverfahren erfüllen.


The Hollywood Reporter berichtet, dass Gawker bereits Kredite über 22 Millionen US-Dollar aufstellen konnte. Dieses Geld soll bei der Restrukturierung helfen und das Berufungsverfahren gegen das Hogan-Urteil finanzieren. Insgesamt hat Gawker Media nach eigenen Angaben Verbindlichkeiten zwischen 100 und 500 Millionen Dollar, aber nur 50 bis 100 Millionen Dollar Vermögen.

Hulk Hogan heißt eigentlich Terry G. Bollea. Daher ist das vor einem Gericht des US-Bundesstaates Florida geführte Verfahren als Bollea v. Gawker bekannt. Hogan hatte Gawker, dessen Gründer Nick Denton, den Autor des Artikels, sowie weitere Gawker-Mitarbeiter auf 100 Millionen Dollar Schadenersatz geklagt.

Peter Thiel stammt aus Frankfurt am Main. Reich wurde er mit Paypal und Facebook.

(Bild: Heisenberg Media CC-BY 2.0)

Der Kläger fühlt sich durch die Videoveröffentlichung bloßgestellt. Das von einem Freund Hogans angefertigte Video zeigt Hogan beim Geschlechtsverkehr mit der damaligen Ehefrau des Freundes. Aus dem halbstündigen Video hatte Gawker zwei Minuten veröffentlicht, davon zeigten zehn Sekunden Sex.

Das Gericht hat mit 115 Millionen Dollar sogar mehr zugesprochen, als Hogan verlangt hatte. Zuletzt addierte es noch 25 Millionen Dollar Strafschadenersatz hinzu. Wie erst nach dem Urteil bekannt wurde, hatte der Milliardär Peter Thiel die Klage Hogans finanziert. Thiel ist Mitgründer Paypals und hat früh in Facebook investiert. Gegenwärtig unterstützt er Donald Trump im Wahlkampf für das US-Präsidentenamt. Gawker hat sich 2007 Thiels Unmut zugezogen, indem es ihn als homosexuell outete.

(ds)

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