Menü

"Gay Rights" bescheren Ingenieuren der IETF einen Streit über Konferenzorte

Die Wahl von Singapur als Konferenzort für die 100. Ausgabe der Internet Engineering Task Force bescherte der Standardisierungsorganisation eine handfeste Debatte, weil dort Homosexuelle diskriminiert werden.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 120 Beiträge

Skyline von Singapur

(Bild: dpa)

Von

Das Administrative Oversight Committee (IAOC) der Internet Engineering Task Force muss sich auf einiges gefasst machen, nachdem es Singapur als Austragungsort für die 100. IETF angekündigt hat. Weil gleichgeschlechtliche Liebe in dem Inselstaat immer noch kriminalisiert wird, entrüsteten sich auf dem 95. Treffen der für das Internet-Protokoll maßgeblichen Standardisierungsorganisation in Buenos Aires viele Teilnehmer. Google-Ingenieur Ted Hardie, langjähriger IETF-Teilnehmer, Autor zahlreicher RFCs und Mitglied im Internet Architecture Board, hatte beklagt, in Singapur könne er seine Familie nicht mitbringen, denn die bestehe aus einem Ehemann und einen Kind.

Die Reaktionen mehrerer IAOC-Mitglieder verärgerte viele IETF-Teilnehmer in Buenos Aires noch zusätzlich. Das zehnköpfige Gremium, das seit einigen Jahren für organisatorische Fragen zuständig ist wie etwa die Vorbereitung Treffen mit regelmäßig 1000 bis 1200 Ingenieuren, schien sich zunächst gar nicht zu dem Thema äußern zu wollen. Der scheidende Scott Bradner, Netzwerkarchitekt der ersten Stunde an der Harvard Universität, räumte schließlich ein: "Wir haben daran nicht gedacht, wir haben's vermasselt." Nun wird darüber debattiert, ob die IETF 100 kommendes Jahr trotz des Eklats in Singapur stattfinden wird. (anw)