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GeForce GTS 250: Alter Wein in neuen Schläuchen

Cebit

Nicht nur beim Kühlerdesign gleicht die GeForce GTS 250 der GeForce 9800 GTX+.

(Bild: Nvidia)

Nvidia [1] (Halle 21, Stand E07) hat im Rahmen der CeBIT [2] mit der GeForce GTS 250 eine Grafikkarte im Performance-Segment vorgestellt. Wie bereits aus einer verfrühten Asus-Produktankündigung [3] bekannt wurde, basiert die GTS 250 nicht auf einem GT200b [4]- sondern dem altbekannten G92-Grafikchip [5] (GPU). Die mit 55-Nanometer-Strukturen gefertigte GPU besitzt 128 Shader-Einheiten, die bei der GeForce GTS 250 mit 1836 MHz laufen. Der Grafikchip selbst rechnet mit 738 MHz und ist mit 256 Datenleitungen an den 512 oder 1024 MByte großen GDDR3-Speicher angebunden, der mit 1100 MHz arbeitet.

Bis auf die Tatsache, dass die GeForce GTS 250 (TDP: 150 Watt) nur einen sechspoligen PCIe-Stromanschluss 9800 GTX+: 2) benötigt, ist die GeForce GTS 250 technisch also nichts anderes als eine umbenannte GeForce 9800 GTX+ [6]. Nvidia will mit diesem Schritt nach eigenen Angaben dazu beitragen, dass Kunden die bisher existierenden Nvidia-Karten leistungsmäßig besser voneinander abgrenzen können. So soll "GTS" zukünftig für das Performance-Segment stehen, während Nvida das "GTX" als Indikator für High-End-Grafikkarten verwendet.

Pikant ist jedoch, dass Nvidia den G92-Grafikchip bereits in der dritten Generation nutzt, kam dieser doch bereits bei der GeForce-8-Serie zum Einsatz. Zudem könnte das vorangestellte GTS-Kürzel den Eindruck erwecken, dass es sich beim Grafikchip um einen GT200(b)-Chip handelt, der deutlich leistungsfähiger ist als eine G92-GPU. Nvidia scheint diesbezüglich ganz auf die Informiertheit der Grafikkartenbesitzer zu vertrauen. Dennoch besteht die Gefahr, dass die Kunden noch ratloser als ohnehin schon vor den Grafikkarten-Verkaufsregalen stehen und einige im schlimmsten Fall von einer 9800 GTX+ auf die vermeintlich neue GeForce GTS 250 umsteigen.

Die Maßnahme, den G92 weiter auf Performance-Grafikkarten unter neuem Namen einzusetzen, deutet darauf hin, dass die Kalifornier damit die Wartezeit bis zur nächsten DirectX-11-Grafikchip-Generation überbrücken wollen, welche Branchenkenner nicht vor Ende des Jahres 2009 erwarten. Derzeit setzt Nvidia die aktuellen GT200(b)-GPUs, die aus rund 1,4 Milliarden Transistoren bestehen, lediglich auf den Modellen GeForce GTX 260, GTX 280, GeForce GTX 285 und auf der Dual-GPU-Karte GeForce GTX 295 ein. (mfi [7])


URL dieses Artikels:
http://www.heise.de/-202545

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.nvidia.de
[2] http://www.cebit.de
[3] https://www.heise.de/meldung/GeForce-GTS-250-Deja-vu-im-Mittelklasse-Segment-201757.html
[4] https://www.heise.de/meldung/Nvidia-kratzt-mit-neuen-Grafik-und-Compute-Prozessoren-an-der-TFLOPS-Schallmauer-214357.html
[5] https://www.heise.de/meldung/Grafikchip-GeForce-8800-GT-schliesst-Leistungsluecke-190346.html
[6] https://www.heise.de/meldung/Erster-Nvidia-Grafikchip-mit-55-nm-Strukturgroesse-aufgetaucht-215368.html
[7] mailto:mfi@ct.de