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Gears 5 angespielt: brutal spaßiger Reboot

Das Testosteron-Spektakel punktet mit lokalem Multiplayer, neuem Modus und Level-Editor. Doch Zielsteuerung und Leveldesign lassen Spieler manchmal im Stich.

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Mit seinem zweiten Gears-of-War-Spiel setzt das Studio The Coalition grafisch und spielerisch Maßstäbe. Detailfreudige Level und fantastische Effekte bieten was fürs Auge, während der trockene Galgenhumor die düstersten Missionen aufhellt. Abwechslungsreiches Gameplay, ein variantenreiches Arsenal und ein Perspektivwechsel können die Begeisterung für die Welt der Familie Fenix neu entfachen.

Zumindest im ersten Akt bleibt Gears 5 dabei dem Rezept der Reihe treu. Männer mit den Maßen moderner Gefriereinheiten bekämpfen Horden schleimiger Monster. Dutzende Waffen sorgen für Abwechslung beim Abschlachten, und neben Klassikern wie MG und Kettensäge gibt es unter anderem auch Gauß-Kanonen, Sägeblattwerfer und Granatschleudern. Jedes Kriegswerkzeug unterscheidet sich deutlich in Wirkung und Handhabung, und das Gewicht der ausgerüsteten Waffe beeinflusst merklich die Laufgeschwindigkeit der Kampfkolosse. Im Gegensatz zu vielen anderen Third-Person-Spielen gibt es allerdings keine Zielhilfe beim Anvisieren mit dem Gamepad. Ungeübte Daumen-Zieler werden sich in den Multiplayer-Modi wohler fühlen, die hier den Visiervorgang dezent zu unterstützen scheinen.

Zehn Minuten Gameplay aus "Gears 5"

Die große Kampagne umfasst mehrere Akte, in denen recht lange Cutscenes von Schlacht zu Schlacht leiten. Die ersten Kämpfe spielen in überwucherten Basen und überrannten Kolonien. Wie immer haben die weitsichtigen Architekten für ausreichend Deckung gesorgt, hinter der man nie so sicher ist, wie es scheint. Die weitläufigen und abwechslungsreichen Areale täuschen gut darüber hinweg, dass es letztlich doch wieder Schlauchlevel sind, die von Kampf zu Kampf leiten. Später kommt ein bisschen Open World-Feeling auf, wenn man die Kolonien in Richtung Arktis und Wüste verlässt, doch den Anfang machen dunkle Bunker und belagerte Straßenzüge. Einige Level sind etwas verwirrend gestaltet, und in scheinbaren Sackgassen tut man gut daran, das Sonar der Begleitdrohne einzuschalten.

Gears 5: Charaktere, Drohne & Spielmodi (6 Bilder)

Gears 5 bietet im Multiplayer eine Vielzahl spielbarer Charaktere an... inklusive Gästen aus "Halo Reach" und die Grande Dame der Roboterkriege: Sarah Connor.

Denn eine große Neuerung ist die aufrüstbare Drohne "Jack“, die JD Fenix in der ersten Kampagne begleitet. Mit erbeuteten Komponenten kann man dem schwebenden Schutzengel allerlei nützliche Qualitäten verpassen, inklusive eines Tasers, der Feinde aus der Deckung zwingt. In höheren Stufen übernimmt Jack die Rolle des Medics, in der er Gefallene heilt, und bekommt eine Tarnkappenvorrichtung, in deren Schutz man unerkannt vorrücken kann. Der stählerne Schweber ist sogar eine wählbare Figur in den Mehrspieler-Modi … und in der Kampagne, die man on- und offline mit bis zu drei Spielern starten kann.

Das Entwicklungsstudio hat sein Versprechen gehalten und wieder an lokale Multiplayer gedacht. Zwei- und Drei-Spieler Koop ist möglich, mit einem mehrfach geteilten Bildschirm. Dabei kann man die fixen Rollen von JD, Delmont und Jack übernehmen, die im ersten Teil der Kampagne die Helden sind. Später wechselt der Fokus auf Kait, die erste weibliche Hauptfigur der "Gears of War"-Reihe.

Neben der Kampagne bietet Gears 5 auch drei Mehrspieler-Modi an. In "Versus“ kämpfen zwei Teams a 5 Spieler auf kleinen Maps gegeneinander. Das dynamische Deathmatch punktet mehr durch Action als durch Taktik, und große Wummen sind von Vorteil. "Horde“ setzt vier Spieler immer stärker werdenden Wellen von Gegnern entgegen. Strategie ist hier das Zauberwort. Jeder Abschuss bringt Punkte, die man zwischen den Kämpfen in Verteidigungsanlagen ummünzen kann – nicht nur für Tower Defense-Freunde ein abwechslungsreicher Modus. "Flucht“ ist eine völlig neue Variante: Vom Schwarm entführt, müssen sich die Spieler gemeinsam den Weg aus einer weitläufigen Bunkeranlage erkämpfen. Zusammenspiel ist hier der entscheidende Faktor, zumal jeder Respawn die Gruppe weiter auseinanderreißt. Dieser Modus beinhaltet sogar einen Editor, mit dem man eigene Karten erstellen und mit der Community teilen kann.

Dank des ordentlichen Umfangs, gut gestalteter Mehrspieler-Modi und abwechslungsreichem Gameplay läuft auch der fünfte Teil von "Gears of War" noch einmal zu Hochform auf.

Gears 5 ist seit dem 6. September für Xbox One (ab 39,95 €) und Windows erhältlich. USK ab 18. Für Multiplayer-Modi auf der Xbox ist ein Abo erforderlich. Für unser Angespielt haben wir die Xbox-Version ca. 4 Stunden getestet. (vza)