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Gedankensteuerung für Drohnen: Kopf steuert Fluggerät

Beim "Brainflight"-Projekt werden kleine Flugzeuge per Gedankenkraft kontrolliert. Das klappt bereits ganz gut.

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Ein europäisches Wissenschaftlerteam, an dem auch Forscher der TU München beteiligt sind, will unbemannte Fluggeräte über ein Gehirn-Interface steuerbar machen, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Nur per Gedankenkraft können Piloten dann Drohnen lenken. Das Verfahren arbeitet mit einer Sensorkappe, die die Gehirnströme per Elektroenzephalografie (EEG) misst. Die ermittelten Gehirnströme übersetzt ein Algorithmus in Kommandos für die Drohne. Diese steuern dann die Maschine nach links oder nach rechts.

Im sogenannten Brainflight-Projekt arbeiten die deutschen Forscher mit dem portugiesischen Kommunikationstechnik- und Drohnenhersteller Tekever zusammen. Erste Erfolge kann das Projekt bereits vorweisen: Bei einem Versuch flog ein Pilot auf diese Weise eine Minimaschine auf einem kleinen Flughafen über Portugal. Zuvor musste der "Gehirnpilot" allerdings in einem Simulator trainieren. Es dauerte Monate, bis er die Steuerung sicher genug beherrschte. Die Technik könnte unter anderem eingesetzt werden, um Menschen mit Behinderungen fliegen lassen zu können.

Ricardo Mendes, Chief Operating Officer (COO) bei Tekever, glaubt, dass Menschen eines Tages Flugzeuge fliegen könnten, "wie sie schon heute Aktivitäten des täglichen Lebens wie Gehen oder Rennen durchführen". Brainflight repräsentiere den Anfang eines "riesigen Schrittes" hin zu Veränderungen im Flugsektor, sagte er der britischen "BBC".

Bis es soweit ist, stehen die Wissenschaftler allerdings noch vor gewaltigen Herausforderungen. Dazu gehört, die Algorithmen zu verfeinern. Schon jetzt kann die Technik nicht zum Fliegen selbst passende Gedanken auf eine bestimmte Art "ausfiltern" – erkennt das System, dass der Pilot abgelenkt ist, übernimmt der Computer mit einem stabilen Kurs, wie es von einem Autopiloten in Verkehrsmaschinen bekannt ist.

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(bsc)