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Technology Review

Gedankensteuerung über drahtlose Schnittstelle

Verbindungen zwischen Hirn und Computer werden realistischer: Ein US-Unternehmen hat jetzt eine Lösung für die Medizin auf den Markt gebracht, die ohne dicke Kabel auskommt.

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Gedankensteuerung über drahtlose Schnittstelle

Eines der früheren Implantate von Blackrock.

(Bild: Blackrock)

Forscher der Brown University und des US-Unternehmens Blackrock Microsystems haben eine neuartige Schnittstelle zur Marktreife entwickelt, mit der Patienten drahtlos Rollstühle oder Prothesen steuern könnten. Das Gerät wird am Schädelknochen befestigt und erhält Signale von ins Hirn implantierten Elektroden. Die Informationen werden verstärkt, digitalisiert und dann per Funk an einen Empfänger geschickt, berichtet Technology Review.

Experimente mit über Gedanken gesteuerten Prothesen haben bereits vor einiger Zeit für Aufsehen gesorgt. Dafür waren jedoch stets dicke Kabelverbindungen direkt vom Kopf der Teilnehmer und große Verarbeitungsmaschinen nötig. Bei der neuen Schnittstelle erfolgt ein Teil der Verarbeitung direkt am Kopf, die Funkübertragung der Daten ist dann mit 48 Megabit pro Sekunde in etwa so schnell wie bei einem heimischen Internetanschluss.

Auch Prototypen für drahtlose Hirn-Computer-Schnittstellen gab es schon zuvor, und für die Tierforschung wurden schon einige einfache Funksysteme verlauft. „Aber es gibt nichts, was wie dieses Gerät so viele Eingaben verarbeitet und Megabits über Megabits an Daten ausspuckt“, sagt Cindy Shestel, Assistant Professor für Biomedizintechnik an der University of Michigan.

Der Verkauf des „Cereplex-W“ genannten Geräts an Labore, die Versuche mit Primaten vornehmen, hat bereits begonnen; es kostet 15.000 Dollar pro Stück. Ein Antrag auf Zulassung durch die US-Gesundheitsbehörde FDA ist laut Blackrock ebenfalls geplant, anschließend könnte es Tests mit gelähmten Menschen geben – möglicherweise noch dieses Jahr.

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