Gedruckte OLEDs für billige Mobildisplays

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 24 Beiträge
Von

Der US-Chemie-Multi DuPont zeigt auf der Branchenmesse DisplayWeek in Los Angeles in einem verfeinerten Druckverfahren hergestellte superdünne OLEDs. Organische Displays sind theoretisch sehr preiswert, arbeiten energieeffizient und lassen sich beliebig fein und groß skalieren. In der Praxis werden OLEDs allerdings noch mit aufwendigen Maskenprozessen produziert, was die Kosten in die Höhe treibt und die möglichen Diagonalen begrenzt.

DuPonts gedrucktes OLED mit 4,3 Zoll Diagonale und 128 dpi.

Weltweit arbeiten Unternehmen deshalb an Verfahren, mit denen sich die organischen Leuchtstoffe einfacher aufbringen lassen. DuPont hat lösliche OLED-Materialien entwickelt, die sich im Tintendruckverfahren auf eine Trägerschicht drucken lassen. In Kooperation mit PVI und Ignis entstanden so gedruckte AMOLEDs. PVI produzierte die Backplane aus amorphem Silizium mit den Pixeltransistoren, Ignis sorgte für die Stabilität des Ganzen.

Das gedruckte 5,8-Zoll-AMOLED ist nur 1,1 Millimeter dick.

Das organische Material im Sandwich zwischen der ladungsträgerführenden Schicht und der Kathode wurde nicht wie beim Tintendrucker als Tröpfchen aufgebracht, sondern als lange Streifen aus einer Düse, die stetig Material ausgibt. Durch das Streifendruck-Verfahren muss man im Herstellungsprozess keine teuren Masken einsetzen, denn die Streifen entsprechen der Breite eines RGB-Sub-Pixels. Der einfache Schichtaufbau erhöht zudem die Ausbeute an "guten" Panels – beides wichtige Voraussetzungen für die preiswerte Produktion großer OLEDs.

Auf der DisplayWeek zeigt DuPont zwei der derart gedruckte OLEDs: Ein 4,3-zölliges AMOLED mit 12 cm Diagonale und 480 × 272 Pixeln, also 128 dpi Auflösung, sowie eines mit 5,8 Zoll Diagonale (knapp 15 cm) und 294 × 196 Pixeln (83 dpi). Ersteres ist 1,5 Millimeter dick, das größere Display misst sogar nur 1,1 Millimeter.

Je größer die Displayfläche ist, umso mehr lässt sich durch ein Druckverfahren sparen, erklärte DuPont. Die in aktuellen Smartphones leuchtenden AMOLEDs werden derzeit ausschließlich mit aufwendigen Abscheideverfahren im Vakuum produziert – was sehr teuer und fehlerbehaftet ist, also viel Ausschuss erzeugt. (uk)