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Gefälschte Porno-Abmahn-Mails fordern Bitcoins

Eine aktuelle Welle von gefälschten Abmahnschreiben fordert Schadenersatz in Bitcoins für vermeintliches Streaming eines Pornovideos. Verbraucherschützer warnen davor, die Mails zu beantworten und auf die darin enthaltenen Links zu klicken.

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Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz warnt vor einer aktuellen Welle gefälschter Abmahnschreiben, die Schadenersatz in Bitcoins für Urheberrechtsverletzungen fordern. "Empfänger solcher E-Mails sollten diese nicht beantworten und auf keinen Fall die angegebenen Links öffnen", raten die Verbraucherschützer.

Falsche Vorwürfe, geklaute Rechtsanwaltsidentität, Forderungen in Bitcoins: Fertig ist die Abmahnmasche.

(Bild: dpa, Jens Kalaene/dpa)

So wird in dem Schreiben behauptet, dass über den Internetzugang des jeweiligen Nutzers ein Porno-Video des Anbieters You Porn Office über einschlägige Seiten wie Youporn oder Redtube angeschaut wurde. Dabei sind als Absender reale, seriöse Anwaltskanzleien angegeben – die aber laut Verbraucherzentrale selbst Opfer von Identitätsdiebstahl geworden sind.

Dass der vermeintliche Schadenersatz in Bitcoins gezahlt werden soll, ist für solche Phishing-Mails bislang noch ungewöhnlich. Für die Täter ist es aber ungemein praktisch: Prinzipiell muss für eine Transaktion mit dem Kryptogeld nur die Bitcoin-Adresse des Gegenübers bekannt sein, so dass sich Nutzer hinter diesen in beliebiger Zahl generierbaren Pseudonymen verbergen können. Auch wenn alle Bitcoin-Transaktionen im Zahlungsverzeichnis Blockchain öffentlich einsehbar sind, lassen sich etwa durch die Nutzung von Mixing-Diensten Geldflüsse recht gut verschleiern.

Die Macher der Phishing-Mails geben laut Verbraucherzentrale auch Hinweise, wie ihre potenziellen Opfer Bitcoins erwerben können. Auf die angegebenen Links sollten Nutzer jedoch keinesfalls klicken, da sonst mit eventuellen Malware-Infektionen zu rechnen sei. Bislang waren Forderungen in Bitcoins vor allem bei Erpressungstrojanern in Mode gekommen. (axk)