Gefälschte Ryzen-Prozessoren: Amazon-Stellungnahme und AMD-Verpackungsproblem

Amazon hat sich zu den gefälschten Ryzen-Prozessoren geäußert, die mehrere Nutzer über den Online-Händler erhalten hatten. Derweil zeigt sich: Die Ryzen-Verpackung lässt sich mit ein wenig Geschick ohne Siegelbeschädigung öffnen.

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Die AMD-Originalverpackung lässt sich an der Unterseite öffnen, ohne das Siegel beschädigen zu müssen.

(Bild: Reddit/sh00ter999)

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Direkt über den Online-Händler Amazon sind Produktfälschungen von Ryzen-Prozessoren in Umlauf gelangt. Das Unternehmen hat auf Anfrage von heise online mittlerweile Stellung zu den gefälschten Prozessoren bezogen und erklärte:

"Amazon duldet den Verkauf von gefälschten Produkten nicht. Auch über Amazon.de Marketplace ist der Verkauf von gefälschten Produkten selbstverständlich untersagt. Werden wir über den Verdacht einer Produktfälschung in Kenntnis gesetzt, überprüfen wir diesen sofort – so auch im vorliegenden Fall. Ich bitte um Ihr Verständnis, dass wir zu internen Geschäftsprozessen grundsätzlich keine Angaben machen. Sofern ein Artikel nicht in einwandfreiem Zustand bei einem Kunden eintrifft, können Kunden selbstverständlich umgehend eine kostenfreie Ersatzlieferung veranlassen oder wir erstatten den Kaufpreis nach Erhalt der Rücksendung."

Gefälschte Ryzen-Prozessoren im Umlauf (13 Bilder)

Auf den ersten Blick wirkt der Ryzen-Prozessor echt, doch...
(Bild: Reddit / sh00ter999 )

Vor kurzem gaben mehrere Käufer an, gefälschte Prozessoren von AMDs aktueller Ryzen-Serie erhalten zu haben (Ryzen 7 1700 (ab 188,50 €)). Die Fälle sind über die Online-Plattform Reddit bekannt geworden. Ein englischsprachiger Reddit-Nutzer erklärte, den vermeintlichen Ryzen-Prozessor direkt über Amazon – und nicht über einen Marketplace-Händler – gekauft zu haben.

Nach Öffnen der Packung stellte sich heraus, dass es sich um einen alten Celeron-Prozessor mit Ryzen-Aufkleber handelte. Auch der Kühlkörper entsprach nicht dem originalen Wraith Spire, sondern war ein abgenutzter Aluminium-Passivkühler. Das AMD-Siegel der Original-Verpackung schien unbeschädigt und soll nachgemacht worden sein. Das gleiche passierte einem anderen, diesmal deutschsprachigen Käufer.

Auch heise online liegen mehrere Ryzen-Prozessoren in der Original-Retail-Verpackung vor. Wie wir feststellten, kann man die auch einen Kühler enthaltenden Packungen allerdings mit etwas Fingerspitzengefühl an der Unterseite öffnen, ohne das Siegel und ohne die Packung beschädigen zu müssen – und zwar völlig ohne Hilfsmittel.

So lassen sich etwa Prozessor und Kühler entfernen und die Verpackung anschließend wieder schließen, ohne sichtbare Spuren zu hinterlassen. Möglicherweise haben das Betrüger ausgenutzt und die gefälschten Prozessoren so über Retoure-Rücksendungen in Umlauf gebracht. (mfi)