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Gefängnis mit "Microgrid"

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Der Strafvollzug ist nicht gerade der Ort, an dem man Innovationen für die Energiewende vermutet. Das Hochsicherheitsgefängnis Santa Rita Jail in Kalifornien könnte dafür jedoch ein Beispiel werden, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe: Dort ist ein eigenes Stromnetz installiert worden, das die Energieversorgung der Sicherheitsanlagen auch dann gewährleisten soll, wenn das gewöhnliche Stromnetz etwa aufgrund eines Sturms ausfällt.

Das sogenannte Microgrid speichert und verteilt Energie aus verschiedenen Quellen wie Solarzellen, Dieselgeneratoren und Brennstoffzellen – und ist womöglich ein Prototyp für kleinteilige Stromnetze der Zukunft. Die Anlage ist derzeit die modernste ihrer Art in den USA und eine lokale Variante "intelligenter" Stromnetze, die die Energieversorgung zuverlässiger und billiger machen sollen. Und: Die Technik verringert die Betriebskosten des Gefängnisses jährlich um 100.000 Dollar. "Ob mit oder ohne Subventionen, die Technologie zahlt sich in vielen Fällen aus", sagt Michael Clark, Vorstandsvorsitzender von Encorp, dem Unternehmen, dass die Geräte für das Versorgungsnetz im Santa Rita Jail eingebaut hat und sich um die Software kümmert.

Ein Kleinstnetz eignet sich besonders für Solar- und Windstrom. Üblicherweise sind die nach Tageszeit schwankenden Erträge der erneuerbaren Energien ein Problem für die Stromversorgung. Um die Grundlast abdecken zu können, setzen Energieerzeuger in herkömmlichen Netzen auf fossile Großkraftwerke. Bei Lastspitzen fahren sie zusätzliche Anlagen hoch, wenn nicht genug Wind weht oder Sonne scheint. Im Microgrid hingegen stellt ein Verbund aus Tausenden von Batterien als Zwischenspeicher sicher, dass immer genug Strom da ist, wenn er gebraucht wird. Das Einspeisen der verschiedenen Stromquellen und die Bereitstellung koordiniert ein eigenes Computersystem.

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(bsc)