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Gefeuerte Google-Mitarbeiter ziehen vor Gericht

Vier kürzlich entlassene Angestellte wollen Google wegen unfairer Behandlung verklagen. Sie werfen dem Konzern vor, Arbeitnehmerorganisation zu unterdrücken.

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(Bild: l i g h t p o e t/Shutterstock.com)

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Vier ehemalige Google-Angestellte wollen gegen ihre Entlassung eine Klage beim amerikanischen National Labor Relations Board einreichen. Wie die vier Ex-Angestellten Laurence Berland, Paul Duke, Rebecca Rivers und Sophie Waldman in einem gemeinsamen Statement erklären, sehen sie sich vom Google-Konzern zu Unrecht gefeuert, weil sie an Organisationsversuchen der Angestellten teilgenommen und interne Proteste initiiert hatten.

Nach Informationen von The Verge sollen im Laufe der Woche eine oder mehrere Klagen wegen unfairer Behandlung bei der US-Aufsichtsbehörde für Arbeitsverhältnisse eingereicht werden. Google hatte die vier Angestellten nach eigenen Angaben entlassen, weil sie systematisch Dokumente und persönliche Kalender anderer Mitarbeitenden ausgewertet haben sollen, die außerhalb ihres Arbeitsbereichs lagen. Damit hätten sie gegen Googles interne Datenschutzbestimmungen verstoßen.

Die vier Ex-Angestellten halten die Kündigungen jedoch für ungerechtfertigt; die Vorwürfe, sie seien an Leaks beteiligt gewesen, seien unwahr. Ihrer Ansicht nach wolle Google an ihnen ein Exempel statuieren, um weitere Proteste der Angestellten zu unterbinden. An deren Organisation seien sie beteiligt gewesen, es habe sich jedoch um gesetzlich geschützte Arbeitnehmerorganisation und um interne Kritik gehandelt, die laut Googles eigenen Richtlinien explizit erwünscht sei. "Es ist klar, dass sich Googles drakonisches, bösartiges und ungesetzliches Verhalten nicht gegen uns richtet, sondern gegen jegliche Organisation am Arbeitsplatz", heißt es in der Stellungnahme.

Die Entlassung der vier Angestellten war der letzte in einer Reihe von Vorfällen, in denen Google in den vergangenen Monaten wegen eines zunehmend harschen Umgangs mit Protesten der Mitarbeitenden in die Kritik geraten ist. Unter anderem waren politische Diskussionen und offene Fragerunden mit den Managern im Unternehmen zunehmend eingeschränkt worden. Zuletzt wurde außerdem bekannt, dass Google eine Beratungsfirma ins Boot geholt haben soll, die auf die Bekämpfung von Gewerkschaftsarbeit spezialisiert ist. Unter den Google-Beschäftigten war es in den vergangenen zwei Jahren zunehmend zu Protesten gegen den Umgang von Google mit Sexismus-Problemen und gegen verschiedene politische Entscheidungen der Firmenleitung gekommen. (siko)