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Gefiederte Drohnenabwehr: Niederländische Polizei trainiert Adler

Drohnen und andere kleine Flugobjekte können für illegale Geschäfte eingesetzt werden oder Infrastrukturen, Menschenmengen oder auch Zielpersonen gefährden. Gute Abwehrmaßnahmen werden weltweit gesucht. Die Niederländer probieren es mit Greifvögeln.

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Drohnenabwehr: Niederländische Polizei trainiert Adler

Der Adler packt zu und bringt die Drohne dann an einen sicheren Ort, entfernt von Menschen.

(Bild: Polizei Niederlande)

Je mehr Drohnen auf den Markt kommen, je populärer das Fliegen von Drohnen wird, desto mehr denken Regulierungsbehörden und auch die Polizei darüber nach, wie, wann und wo Drohnen fliegen dürfen und wie man sie im Zweifelsfall aus der Luft holen kann. Die niederländische Polizei stellt nun eine ganz besondere Art der Drohnenabwehr in einem Video vor. Greifvögel könnten in Zukunft die kleinen unbemannten Flugobjekte (UAV) aus der Luft holen.

Wie Mark Wiebes von der niederländisches Polizei erklärt, wäre noch nicht klar, ob die Vögel tatsächlich mal zur Drohnenabwehr eingesetzt würden. Während der derzeitigen Testphase wird aber unter anderem untersucht, ob etwa ein Verletzungsrisiko für die Vögel besteht und wie gut sie sich einsetzen lassen. Dies dürfte aber auch maßgeblich von der Größe und der Beschaffenheit der zu fangenden Drohne abhängen. Die im Video gefangene Drohne scheint eine Phantom von DJI zu sein – und zumindest mit dieser Standard-Drohne kommen die Tiere gut klar.

Die Adler werden für die Drohnenabwehr trainiert.

Ein Vorteil ergibt sich mit den Greifvögeln im Einsatz allemal. Im Unterschied zu anderen Abwehrmaßnahmen packen die Tiere zielsicher ihre Beute und bringen sie sicher zu Boden. Bei anderen Abfangmethoden können Drohnen oder etwa Modellflugzeuge auch unkontrolliert in Menschenmengen oder fragile Infrastrukturen fallen.

Um den Einsatz der Vögel zu testen, kooperiert die niederländische Polizei mit dem Unternehmen "Guard From Above". Die eingesetzten Adler werden von erfahrenen Falknern trainiert. Das Training kann man sich ungefähr wie das von Drogenspürhunden vorstellen.

Der Adler hat seine elektronische Beute gefangen.

(Bild: Polizei Niederlande)

Andere Länder versuchen es derweil mit anderen Abfangmethoden oder suchen noch gute Systeme. Die japanische Polizei setzt zum Beispiel Abfangdrohnen ein, die mit großen Fangnetzen ausgerüstet sind. Die US-Behörde für Gefängnisverwaltung hat eine Anfrage für professionelle Drohnenabfangsysteme herausgegeben. Sie ist auf der Suche nach Möglichkeiten, um unter anderem Drohnen abzufangen, die Handys und Drogen in Gefängnisse schmuggeln.

Die Firma Airbus arbeitet an Abwehrsystemen mit Störsendern, Boeing forscht an einer kompakten, tragbaren Laserkanone. Die Abfangdrohne von Wissenschaftlern der Michigan Technological University schießt ein Fangnetz auf die gegnerische Drohne.

Forscher des Human-Interactive Robotics Lab (HIRo) an der Michigan Technological University haben eine Drohne gebaut, die ein Fangnetz auf eine andere Drohne schießen kann. (kbe) – Quelle: HIRoLab

(kbe)

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