Gegen Betrug bei Prüfungen: Irak schaltet Internet stundenlang ab

Drei Tage in Folge hat die irakische Regierung eine jeweils mehrstündige Blockade des kompletten Internets im eigenen Land angeordnet. Damit sollte verhindert werden, dass Schüler bei wichtigen Abschlussprüfungen betrügen.

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Um Betrug bei Prüfungen zu verhindern: Irak schaltet Internet stundenlang ab
Von
  • Martin Holland

Um Betrug bei Schulprüfungen zu vermeiden, hat der Irak am Wochenende an drei Tagen in Folge für jeweils mehrere Stunden das Internet blockieren lassen. Das berichtet der Register unter Berufung auf eine geleakte E-Mail, die ein irakischer Provider an einige Kunden verschickt hatte. Darin warnt der Provider vor einer planmäßigen Abschaltung des Internets für drei Stunden, die vom Kommunikationsministerium angeordnet worden sei. Genau zu der Zeit, zu der Schüler landesweit standardisierte Tests ablegen.

Das britische Nachrichtenportal erklärt, dass es bereits vergangenes Jahr zu Ausfällen des Internets zur Prüfungszeit gekommen sei. Damals habe man nur über die Hintergründe spekulieren können. Bürgerrechtsorganisationen hatten dagegen protestiert – offenbar erfolglos. Inzwischen bestätigte auch eine Sprecherin des Bildungsministeriums gegenüber NBC, dass die Sperrung "faule Schüler" daran hindern soll, über das Internet an Antworten zu gelangen. Am 25. Mai soll für eine weitere Prüfungsrunde in höheren Klassen erneut das Internet in dem kriegs- und krisengeschüttelten Land lahmgelegt werden.

Wie die Seite weiter erläutert, ist der Schulbesuch im Irak nur für sechs Jahre lang verpflichtend. Die daran anschließende Abschlussprüfung entscheide also nicht nur über die Fortsetzung des Schulbesuchs und den weiteren Bildungsweg, sondern gegebenenfalls über das gesamte weitere Leben. Für die 11-Jährigen stehe also jede Menge auf dem Spiel und der Anreiz sei hoch, zu betrügen. Trotzdem seien aber weniger drastische Maßnahmen vorstellbar, mit denen das unterbunden werden kann. Die jeweils mehrstündige Abschaltung des Internets jedenfalls wurde unter anderem von Dyn Research bemerkt. (mho)