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Gegen Handy-Schmuggel: Französische Gefängniszellen bekommen Festnetz-Telefone

Um den Insassen den Kontakt zu ihren Familien zu erleichtern und gleichzeitig gegen das Problem des Handy-Schmuggels vorzugehen, will Frankreich in Gefängniszellen Festnetz-Telefone installieren. Die ließen sich auch leichter abhören.

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Gegen Handy-Schmuggel: Französische Gefängniszellen bekommen Festnetz-Telefone

(Bild: 41330)

Frankreich will in fast allen Gefängniszellen ein Festnetz-Telefon installieren. Das Pariser Justizministerium bestätigte am Dienstag einen entsprechenden Bericht der Zeitung Le Monde. Der Auftrag wurde bereits ausgeschrieben. Die Häftlinge sollen von den Telefonen nur jeweils vier Nummern anrufen können, die vorher genehmigt wurden. Ausgeschlossen sind nur Disziplinartrakte. Ziel sei, dass die Häftlinge den Kontakt zu ihrer Familie halten können. Außerdem hoffen die Behörden, dass so das Problem des Handy-Schmuggels zurückgeht und Spannungen vermieden werden.

Bislang können Häftlinge nur von Telefonkabinen in den Gefängnissen aus telefonieren – dorthin müssen sie von den Aufsehern gebracht werden, was Zeit kostet. Im Gefängnis von Montmédy in Nordostfrankreich, wo die Zellen-Telefone bereits erprobt wurden, beschlagnahmten die Aufseher laut Le Monde im ersten Halbjahr 2017 31 Prozent weniger Handys als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der Zeitung zufolge hat der Plan auch den Nebeneffekt, dass Gespräche der Insassen leichter abgehört werden können.

Das französische Justizministerium weiß allerdings, dass der Kampf gegen Schmuggel-Handys damit nicht vorbei sein wird. Es setzt deshalb auch auf den Einsatz von Störsendern. (mho)

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