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Technology Review

Gegen Hirnalterung: Neues Zellerzeugungsverfahren wird erprobt

US-Forscher stellen aus Hautzellen Hirnzellen her, die die Eigenschaften ihres Spenders beibehalten. Das könnte etwa bei der Entwicklung von Alzheimer-Medikamenten helfen.

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Neues Zellerzeugungsverfahren wird erprobt

Wissenschaftlern um Jerome Mertens vom Salk Institute for Biological Studies ist es gelungen, aus gewöhnlichen Hautzellen lebende Kulturen menschlicher Neuronen zu machen, die sich dem Alter des Spenders gemäß verhalten – Testumgebungen, die helfen sollen, Alterungsprozesse zu erforschen und eines Tages vielleicht umzukehren, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe ("Hilfe im Kampf gegen die Hirnalterung").

Bislang schufen Wissenschaftler Neuronen im Labor mit Hilfe von Stammzelltechnologien, doch diese Ansätze produzierten stets Nervenzellen im Embryonalstadium. Mertens und seine Kollegen nahmen nun Hautzellen von Spendern verschiedener Altersgruppen und wandelten sie in Neuronen um, die deren Alter beibehielten. Das Verfahren eröffne neue Chancen, Alterungsprozesse im Körper und damit in Verbindung stehende Krankheiten zu untersuchen und neue Wirkstoffe zu entwickeln, sagt Mertens.

"Diese Ergebnisse werden natürlich einen Einfluss haben", meint auch John Gearhart, Direktor des Institute for Regenerative Medicine an der University of Pennsylvania, der die Arbeit kennt. Die Ergebnisse könnten nicht nur der Alterungsforschung helfen, sondern auch dem sogenannten Tissue-Engineering, über das neue Zellen entstehen sollen, um beschädigte Organe zu reparieren oder gar zu ersetzen.

Die früheste Methode zur Umprogrammierung von Zellen setzte die Zelluhr zurück auf Null, weil die Hautzellen zunächst in einen embryonalen Stammzelltyp zurückversetzt werden mussten. Mertens und seine Kollegen testeten ein neueres Verfahren, das ursprünglich an der Stanford University entwickelt wurde. Es setzt auf eine Reihe biochemischer Tricks, um Hautzellen direkt in Hirnzellen zu verwandeln. Mertens und sein Team konnten nun nachweisen, dass die so produzierten Neuronen keine "Babyzellen" sind.

Mehr dazu bei Technology Review Online:

(bsc)

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