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Kampf gegen Kinderpornographie: Computergenerierte Missbrauchsbilder sollen helfen

Ermittler gegen Kinderpornographie sollen mit computergenerierten Missbrauchsbildern Vertrauen zu Tätern aufbauen, sagt Innenminister Strobl.

Gegen Kinderpornographie: Strobl will Rechtsgrundlage für computergenerierte Missbrauchsbilder

Innenminister des Landes Baden Württemberg Thomas Strobl (CDU) will der Polizei effektivere Ermittlungen gegen Kinderpornografie im Internet ermöglichen. Er will den CDU-Innenministern bei ihrem Treffen an diesem Freitag in Wiesbaden vorschlagen, die Rechtsgrundlage für den Einsatz computergenerierter Missbrauchsbilder zu schaffen. "Nur so können wir schwerste und reale Fälle von Kindesmissbrauch im Darknet aufdecken und verhindern", sagte Strobl der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart.

Beim Bundeskriminalamt und den Beschwerdestellen sind 2017 mehr als doppelt so viele Hinweise auf kinderpornografische Inhalte im Internet eingegangen wie im Jahr davor. Allein im vergangenen Jahr seien bundesweit mehr als 8000 Fälle von Kinderpornografie nachweislich unaufgeklärt geblieben.

Im Darknet versuchten die Täter, gezielt der Strafverfolgung zu entgehen. Ohne einschlägige "Vertrauensbeweise" reiße der Kontakt der Ermittler zu den Straftätern oft ab, sagte er. "Wir müssen unseren Ermittlern deshalb die Möglichkeit geben, das Vertrauen der Kriminellen zu gewinnen." Computergenerierte Missbrauchsbilder könnten solche Vertrauensbeweise sein, sagte Strobl, der auch Vize-Regierungschef im Südwesten ist. Die Justizminister hatten sich schon im Juni für die Nutzung computergenerierter Bilder als sogenannte "Keuschheitsproben" ausgesprochen.

Strobl äußerte sich auch vor dem Hintergrund des Missbrauchsfalls im badischen Staufen, der bundesweit für Entsetzen gesorgt hatte. Eine Mutter hatte zusammen mit ihrem Lebensgefährten ihren heute zehnjährigen Sohn im Internet zum sexuellen Missbrauch verkauft. Der Junge wurde mehr als zwei Jahre vergewaltigt und zur Prostitution gezwungen. Die Mutter wurde Anfang August zu zwölfeinhalb Jahren Haft verurteilt, ihr Partner zu zwölf Jahren Haft mit Sicherungsverwahrung. (dpa) / (olb)

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