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Gegenwind für Google TV

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Wenige Tage nach dem Verkaufsstart der ersten Geräte mit Google TV in den USA haben die Fernsehsender ABC, CBS und NBC begonnen, über das Internet abrufbare TV-Serien für Google-TV-Geräte zu blocken. Bereits vorab hatten die US-Networks Befürchtungen geäußert, dass ihr hochwertiges Videomaterial in der Flut anderer Internet-Inhalte untergehen könnte. Geräte mit Google TV erlauben das Durchsuchen des gesamten Internets – die Video-Angebote der TV-Stationen wären nur ein Suchergebnis von vielen. Obwohl die Sender keine eigene Applikation zum Abrufen ihrer Inhalte vom Google TV her anboten, waren die Seiten über den integrierten Chrome-Browser bisher zumindest frei abrufbar.

Google bedauerte die Entscheidung der Networks: "Google TV ermöglicht prinzipiell den Zugriff auf alle Netzinhalte, die man heute schon über den PC oder ein Smartphone abrufen kann", sagte eine Unternehmenssprecherin gegenüber der Online-Ausgabe des Wall Street Journal. "Letztlich ist es jedoch die Entscheidung der Rechteinhaber, ob sie den Zugang der Fans zu ihren TV-Serien über Google TV beschränken wollen." Betroffen ist auch der in den USA beliebte Videodienst Hulu. Angaben beider Unternehmen zufolge arbeite man hier allerdings an einer Lösung, um zumindest die kostenpflichtige Plus-Version von Hulu auf Google-TV-Geräte zu bringen.

Hintergrund der Auseinandersetzung sind Befürchtungen der Inhalteanbieter, Google würde den im Netz verfügbaren Pool von Videoinhalten nutzen, um eigene Geschäftsmodelle umzusetzen. Zudem könnte die freie Internetsuche per Google TV zu Trefferlisten führen, in denen die legalen Videoinhalte plötzlich in Konkurrenz zu illegalen Angeboten im Netz stünden. Mehr Informationen zu den Auseinandersetzungen rund um den TV-Markt der Zukunft finden Sie auch in der c't-Ausgabe 23/10, die ab kommenden Montag am Kiosk erhältlich ist. (sha)