Menü

Geheimdienste wollten Veröffentlichung über NSA-Verschlüsselungsattacke verhindern

von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 294 Beiträge

Dass es den Geheimdiensten nicht schmeckt, wenn ihre Geheimnisse aufgedeckt werden, kann man sich denken. Dass sie sich allerdings in einem demokratischen Rechtsstaat komplett der Kontrolle entziehen können, dürften selbst NSA und GCHQ kaum erwarten dürfen. Das sehen sie teilweise aber wohl anders. So im jüngsten Fall: Der Guardian und die New York Times enthüllten, dass und vor allem wie erfolgreich die Geheimdienste der USA und Großbritanniens Verschlüsselung umgehen, unterminieren und teilweise auch knacken. Im Vorfeld der Veröffentlichung versuchten Vertreter der Geheimdienste, die Publikation der Artikel zu verhindern.

Laut Guardian verlangten Vertreter der Geheimdienste von der britischen Zeitung und ihren Partnern New York Times und ProPublica, die Enthüllungs-Artikel über die Angriffe von NSA und GCHQ auf Verschlüsslung im Internet zu unterlassen. Begründung: Zielpersonen im Ausland könnten durch die Veröffentlichung veranlasst werden, zu neuen Formen der Verschlüsselung oder der Kommunikation im Allgemeinen zu wechseln, die schwerer zu sammeln und zu entschlüsseln wären.

Guardian, New York Times und ProPublica lehnten das Ansinnen zwar ab. Sie entschieden sich aber, bestimme detaillierte Informationen aus den Artikeln zu entfernen. An der Veröffentlichung habe man aber festgehalten, da die Debatte wichtig sei über Regierungsmaßnahmen, die die mächtigsten Werkzeuge zum Schutz der Privatsphäre von Internet-Usern in den USA und weltweit schwächen.

Bereits früher hatte es Versuche der Geheimdienste gegeben, Informationen über die NSA- und GCHQ-Überwachung des Internets zu unterbinden, die auf den Dokumenten des NSA-Whistleblowers Edward Snowden beruhen. Dabei gingen die Geheimdienste teilweise schon weit rabiater vor als nun offensichtlich im Vorfeld der neuesten Enthüllungen. So ließ der britische Geheimdienst beim Guardian Laptops und Festplatten zerstören, auf denen Material von Snowden gespeichert war. Der Guardian hatte damals versichert, das Material sei sicher an mehreren Orten gespeichert, die Aktion des Geheimdienstes sei daher ins Leere gelaufen. (jk)

Anzeige
Zur Startseite
Anzeige