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Technology Review

Gehirn-Backup per Sterbehilfe: Start-up will Hirnkonservierung für späteres Wiederaufleben anbieten

Nectome arbeitet an einem Service, bei dem sterbenskranke Menschen ihr Gehirn bis in die Nanoebene genau erhalten können. Dazu müssen sie sich allerdings töten lassen. Es gibt eine Warteliste.

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Start-up will Euthanasie zur Hirnkonservierung anbieten

(Bild: Nectome)

Die junge US-Firma Nectome plant für die kommenden Jahre eine ganz besondere Dienstleistung: Sie verspricht, Hirne so genau konservieren zu können, dass sie sich eines Tages auf einem Computer simulieren lassen. Das Start-up ist Teil des aktuellen "Batch" des berühmten Silicon-Valley-Inkubators Y Combinator, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe ("Tödliches Gehirn-Backup"). Nectome hat bereits eine Million US-Dollar an Investmentgeldern eingeworben und zudem fast eine Million an Forschungsgeldern von der amerikanischen Regierung erhalten, um besonders genaue Hirnabbilder zu schaffen.

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Da wäre allerdings ein klitzekleines Problem – und es ist ziemlich furchtbar. Damit die Nectome-Prozedur funktioniert, muss das Gehirn ganz frisch sein. Die Firma plant daher, Menschen mit einer tödlichen Krankheit an eine Herz-Lungen-Maschine anzuschließen und dann ihre spezielle Mischung Einbalsamierungschemikalien durch die Halsschlagader zu pumpen, während diese noch am Leben sind – immerhin unter Vollnarkose.

Nectome beschäftigt dafür Anwälte, die das vor zwei Jahren verabschiedete "End of Life Option"-Gesetz der kalifornischen Regierung kennen. Dieses erlaubt eine vom Arzt unterstützte Selbsttötung für Todkranke. Laut diesem sei die Dienstleistung legal, glaubt Firmengründer Robert McIntyre. Das Produkt sei "zu 100 Prozent tödlich". Entsprechend sei man "unter den Y Combinator-Firmen in einer ungewöhnlichen Position".

Für den Backup-Dienst gibt es bereits eine Warteliste. 25 Menschen haben 10.000 Dollar bezahlt, um ihr Gehirn im Fall einer tödlichen Erkrankung konservieren zu lassen. Einer davon ist Sam Altman, 32 und seines Zeichens Mitbegründer von Y Combinator und einer der bekanntesten Silicon-Valley-Investoren. Gegenüber Technology Review sagte er, er sei sich "ziemlich sicher, dass der Geist noch in meiner Lebenszeit digitalisiert" werde. "Ich nehme an, das Gehirn wird in die Cloud hochgeladen."

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