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GeldKarte: Der unsichtbare Zusatznutzen

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Widersprüchliches war heute auf dem Fachkongress Omnicard in Berlin zum Status der GeldKarte zu vernehmen. Während der Referent Thomas Fischer, ehemaliges Vorstandsmitglied der Landesbank Baden-Württemberg, von einer seit Jahren anhaltenden Stagnation spricht, sieht Volker Koppe von der im vergangenen Jahr gegründeten "Initiative-GeldKarte e.V." die elektronische Geldbörse weiterhin auf Erfolgskurs.

Vor neun Jahren eingeführt, sind derzeit immerhin mehr als 60 Millionen GeldKarten im Umlauf. Erst kürzlich haben die HypoVereinsbank und die comdirect Bank ihre Karten mit der GeldKarten-Funktion ausgestattet. "Weitere Institute werden folgen", meint Koppe zuversichtlich. Mittlerweile befindet sich die Funktion auf über 70 Prozent aller ec- und Kundenkarten der Banken und Sparkassen in Deutschland – vermutlich ohne dass die meisten Besitzer dies wissen, denn Umfragen zufolge nutzt derzeit nur jeder Fünfte diese Funktion tatsächlich. So sind jährlich insgesamt nur knapp 40 Millionen Bezahlvorgänge zu verzeichnen. Bei im Mittel etwa 2 Euro Umsatz pro Transaktion bleiben die mit der GeldKarte abgewickelten Zahlungsströme auf dem bescheidenen Niveau von 80 Millionen Euro pro Jahr.

Aufgrund des ab dem kommenden Jahr gesetzlich geforderten Altersnachweises an Zigarettenautomaten werde sich die Nutzung in den kommenden Jahren noch steigern, ist Koppe indes überzeugt. Bis Ende des Jahres werden rund 500.000 Zigarettenautomaten in der Bundesrepublik mit einem GeldKarten-Leser versehen sein. Nur wer die Karte in das Lesegerät eingeführt und als berechtigt erkannt wird, kann dann ab Januar 2007 den Kaufvorgang auslösen. Bei Volljährigen schaltet der Chip automatisch frei, bei Minderjährigen ermittelt das Lesegerät, ob der Käufer über 16 Jahre ist, sofern die Erziehungsberechtigten zuvor der ausstellenden Bank die Einwilligung zur Aufbringung des Jugendschutzmerkmals erteilt haben.

Das Karlsruher Softwarehaus fun communications stellte auf der Omnicard mit der Produktlinie "fun SmartLine" eine ganze Reihe von Applikationen für die GeldKarte im Internet vor. Neben der Altersverifikation für Online-Käufe gehört dazu auch das Modul "SmartPay", das die GeldKarte zum Internet-Zahlungsmittel für Kleinbeträge erweitert. Der Surfer braucht dazu lediglich ein Lesegerät und im Internet das entsprechende Angebot an Websites, die diese Form der Zahlung anbieten. Daran hapert es zur Zeit noch. Die meisten der 40 Millionen GeldKarten-Transaktionen findet an Automaten statt, der Anteil der Internet-Nutzung ist bislang noch nicht einmal statistisch erfasst. (Richard Sietmann) / (pmz)