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General Motors streicht Tausende Jobs

Wegen der Umstellung auf Zukunftstechnik wie E- und autonome Autos könnten gleich mehrere Werke des größten US-Herstellers geschlossen werden.

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General Motors streicht Tausende Jobs

GM will sich auf Zukunftstechnik wie autonomes Fahren konzentrieren: autonome Testwagen vom Typ Chevrolet Bolt EV.

(Bild: GM)

Der größte Autohersteller der USA General Motors (GM) hat am Montag angekündigt, seine Belegschaft in Nordamerika massiv zu reduzieren. Der Stellenabbau ist Teil eines großen Sparprogramms, mit dem der Konzern fit für die Zukunft gemacht und die Kosten drastisch gesenkt werden sollen. GM-Chefin Mary Barra begründete den Schritt mit der Notwendigkeit, sich den verändernden Marktbedingungen anzupassen.

Hin zu Zukunftstechnik

Es gehe darum, "das Unternehmen für langfristigen Erfolg zu positionieren", verkündete Barra in einer Mitteilung. GM will verkaufsschwache Modelle einstellen und sich bei Investitionen künftig stärker auf innovative Bereiche wie Elektromobilität und selbstfahrende Autos konzentrieren. Dafür ist laut Barra ein tiefgreifender Konzernumbau nötig. In den USA und Kanada könnten bis Ende 2019 fünf Fertigungsstätten geschlossen werden – rund 6000 Fabrikarbeiter würden dann ihre Jobs verlieren.

Zudem soll der Betrieb in zwei internationalen Werken eingestellt werden. Aus dem chronisch defizitären Europageschäft mit der deutschen Ex-Tochter Opel und der britischen Marke Vauxhall hatte sich GM bereits 2017 verabschiedet. Letztlich hatte der US-Konzern bei der Veräußerung der problematischen Beteiligung an die französische PSA-Gruppe 6,2 Milliarden Dollar draufzahlen müssen.

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Ein Viertel Führungspositionen

Nun kündigte GM an, die Angestelltenzahl in Nordamerika insgesamt um etwa 15 Prozent zu verringern. Ein Viertel davon umfasst Führungspositionen, das soll die Entscheidungsprozesse laut GM vereinfachen. Der Personalabbau könnte laut US-Medien zwischen 10.000 und 15.000 Mitarbeiter betreffen. Es blieb zunächst unklar, ob und inwiefern darin Beschäftigte erfasst sind, denen zuletzt bereits Abfindungsangebote unterbreitet worden waren. Das Unternehmen war für detailliertere Erklärungen zunächst nicht erreichbar.

Fest steht: GM will die Kosten bis 2020 um rund 4,5 Milliarden Dollar drücken. Zunächst werden durch Sonderaufwände wie kündigungsbedingte Abfindungen jedoch Belastungen von bis zu 3,8 Milliarden Dollar entstehen. An der Börse kamen die Nachrichten gut an – die GM-Aktie reagierte mit kräftigen Kursgewinnen und stand zuletzt mit 5,7 Prozent im Plus. Eigentlich liefen die Geschäfte bei GM zuletzt rund – im Sommerquartal stieg der Umsatz um 6,4 Prozent, der Nettogewinn betrug überraschend starke 2,5 Milliarden Dollar.

Ärger für Trump

Für US-Präsident Donald Trump dürften die Entlassungen ein großes Ärgernis sein – er hat versprochen, der US-Industrie zu einem großen Comeback zu verhelfen und mehr Jobs zu schaffen als je ein US-Präsident zuvor. Die im Rahmen seiner "Amerika-zuerst"-Politik angezettelten Handelsstreitigkeiten hatten für US-Autohersteller wie GM und Ford bislang jedoch auch erhebliche negative Folgen – so kämpfen die Branchenschwergewichte wegen Strafzöllen auf wichtige Verarbeitungsgüter wie Stahl mit gestiegenen Materialkosten.

Trumps Reaktion ließ dann auch nicht lange auf sich warten, doch statt eines zornigen Tweets oder sonstiger Attacken ließ der US-Präsident es für seine Verhältnisse zunächst relativ ruhig angehen. "Es gefällt uns nicht", sagte Trump Reportern in Washington zum geplanten Jobabbau von GM lediglich. Das Land habe viel für den Konzern getan und man sei in der Lage, großen Druck auf GM auszuüben, sagte der US-Präsident vor dem Abflug zu einem Wahlkampfauftritt in Mississippi. Dem Wall Street Journal sagte Trump, er habe bereits am Sonntagabend mit GM-Chefin Barra über deren Pläne gesprochen. (anw)

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