Generalüberholte Linux Mint Debian Edition basiert auf Debian 10

Die Debian-Edition von Linux Mint enthält in Version 4 viele Änderungen, den Cinnamon-Desktop 4.4 und beruht auf Debian 10.

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LMDE 4 bietet zahlreiche Änderungen unter der Haube, kommt mit der Desktop-Umgebung Cinnamon 4.4 und übernimmt einige Funktionen vom großen Bruder Linux Mint 19.3.

(Bild: linuxmint.com)

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Das Linux-Mint-Projekt entwickelt neben der Hauptausgabe seiner Linux-Distribution auch eine auf Debian basierende Variante. Eben jene hat jetzt ein größeres Update erhalten. Die neue Version 4 bietet zahlreiche Änderungen unter der Haube, kommt mit der Desktop-Umgebung Cinnamon 4.4 und übernimmt einige Funktionen vom großen Bruder Linux Mint 19.3.

Den Unterbau der Linux Mint Debian Edition 4 (LMDE 4) stellt jetzt Debian 10 (alias "Buster"), im Hintergrund arbeitet der Linux-Kernel 4.19. Hinzu kommen Softwarepakete aus dem sogenannten Backports-Repository, die für Debian 11 geplante beziehungsweise in der Entwicklung befindliche Neuerungen unter Debian 10 verfügbar machen.

Wer das Live-System der LMDE 4 in einer virtuellen Maschine unter VirtualBox startet, erhält ab sofort immer ein Fenster mit einer Auflösung von mindestens 1024 mal 768 Bildpunkten. Die sogenannten Guest Additions, die der virtuellen Maschine unter anderem Zugriff auf die Verzeichnisse des realen Rechners gestatten, müssen Anwender allerdings weiterhin nachträglich manuell einspielen.

Auf Wunsch verschlüsselt die LMDE 4 die Heimatverzeichnisse der Nutzer. Dazu genügt bereits ein Haken im komplett überholten Installationsassistenten. Der kann zudem die Festplatte automatisch mit dem Logical Volume Manager (LVM) einrichten. In diesem Fall ist sogar eine Komplettverschlüsselung des Datenträgers möglich. Die Installation der Pakete mit den Microcodes für Prozessoren und anderen Geräten erfolgt jetzt automatisch.

Besitzer einer Nvidia-Grafikkarte können schon beim Start des Live-Systems den proprietären Treiber aktivieren. LMDE 4 unterstützt via NVMe angebundene Datenträger und den Start via SecureBoot. Auf Laufwerken mit Btrfs-Dateisystem lassen sich endlich Subvolumes nutzen. Der Paketmanager APT schlägt bei der Auswahl einer Software automatisch die dazu empfohlenen Pakete (Recommends) zu Installation vor. Das "deb-multimedia"-Repository zapft die Distribution allerdings nicht mehr an.

Linux Mint Debian Edition 4 (4 Bilder)

Bootmenü

Schon im Bootmenü des Startmediums lässt sich der Nvidia Grafikkartentreiber aktivieren.
(Bild: linuxmint.com)

Als Desktop-Umgebung kommt standardmäßig das aktuelle Cinnamon 4.4 zum Einsatz. Anders als bei der auf Ubuntu basierenden Hauptausgabe gibt es die Debian Edition nicht in weiteren Varianten mit unterschiedlichen Desktop-Umgebungen. Nach der Installation der LMDE 4 lassen sich jedoch weitere Desktop-Umgebungen hinzuholen, darunter neben Mate 1.20 auch Xfce4 4.12. Mit Cinnamon 4.4 erhält die Linux Mint Debian Edition dessen Funktionen und Neuerungen. Unter anderem können Anwender im Dateimanager Nemo selbst bestimmen, welche Aktionen das Kontextmenü anbieten soll.

Darüber hinaus übernimmt "Debbie" einige weitere Funktionen von Linux Mint 19.3. So informiert ein neues Symbol im System Tray über Systemmeldungen, wie etwa fehlende Sprachpakete oder Multimedia-Codecs. Die LMDE 4 unterstützt zudem HIDPI-Bildschirme besser und die Spracheinstellungen erlauben die separate Festlegung des Zeit- und Datumsformats. Anwender müssen sich zudem auf Änderungen bei der Standardsoftware einstellen. Als Videoplayer dient ab sofort Celluloid, der wiederum auf dem Media-Player MPV basiert. Um Notizen kümmert sich standardmäßig Gnote, für einfache Grafiken steht das Malprogramm Drawings bereit.

Während die meisten Distributionen ihre 32-Bit-Fassung eingestellt haben, steht LMDE 4 weiterhin in einer 64- und 32-Bit-Variante bereit. Bei Letztgenannter kommt ein Linux-Kernel zum Einsatz, der ohne Physical Address Extension (PAE) auskommen muss und somit nicht mehr als 4 GByte Hauptspeicher ansprechen kann. Ein Kernel mit PAE lässt sich jedoch nachinstallieren.

Das Hauptaugenmerk der Linux-Mint-Entwickler liegt weiterhin auf der Ubuntu-basierten Variante Ihrer Distribution. Die Debian Edition pflegen die Entwickler für den Notfall, dass Entwickler Canonical seine Distribution irgendwann einstellen sollte. Des Weiteren dient die LMDE als Testumgebung für die Linux Mint eigenen Anwendungen. Die Entwickler wollen so sicherstellen, dass ihre Programme auch außerhalb von Ubuntu laufen. Dennoch eignet sich die Linux Mint Debian Edition schon aufgrund ihres stabilen Unterbaus für den Praxiseinsatz. (tiw)