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Technology Review

Genetisch veränderte Bakterien stoppen Hungergefühl

Manche Menschen essen zu viel, weil ihnen Stoffe fehlen, die Sättigung signalisieren. Ihnen und auch von anderen Krankheiten Betroffenen könnte mit speziellen Bakterien geholfen werden.

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Genetisch veränderte Bakterien stoppen Hungergefühl

(Bild: NIAID)

Mit der Verabreichung von genetisch veränderten Bakterien in Wasser konnten Forscher der Vanderbilt University Mäuse davon abhalten, trotz eines überreichlichen Nahrungsangebots zu viel zu essen. Die Methode könnte auch bei anderen chronischen Krankheiten eingesetzt werden, hat aber noch Schwächen, berichtet Technology Review.

Manche Menschen produzieren zu geringe Mengen eines Stoffes, der bei Nahrungszufuhr ein Völlegefühl auslöst, und essen deshalb zu viel. Ihnen könnte mit der von einer Gruppe um den Pharmakologen Sean Davies entwickelten Methode geholfen werden: Die Forscher manipulierten einen Stamm des Bakteriums E. coli so, dass es den Wirkstoff absondert und so den natürlich fehlenden ersetzt. Als Medikament kann er nicht oral verabreicht werden, weil er bei der Verdauung zersetzt würde.

Nach demselben Prinzip wären auch Therapien gegen Diabetes, Bluthochdruck oder andere Krankheiten möglich. Charles Elson, ein Gastroenterologe an der Medical School der University of Alabama, bezeichnet den Einsatz der so genannten Designer-Probiotika als viel versprechende Idee. Allerdings könne es enorm schwierig sein, therapeutische Bakterien zu schaffen, die sich dauerhaft im menschlichen Darm ansiedeln. "Die dort ansässigen natürlichen Organismen werden sie bekämpfen", erklärt er.

Mehr dazu bei Technology Review online:

(sma)

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