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Gentechnik: Monsanto will die Honigbiene retten

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Der Agroriese Monsanto will die Varroa-Milbe, den gefährlichsten Parasiten für Bienen, mit Hilfe der RNA-Interferenz bekämpfen, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Um das nötige Knowhow zu beschaffen, hat der Konzern bereits 2011 die israelische Firma Beeologics gekauft. Die hat eine RNA-Interferenz-Lösung für Bienen entwickelt, die den Insekten über Zuckerwasser verabreicht werden kann. Die Arbeiterinnen, die im Stock die Larven versorgen, verteilen die Lösung dann in den Waben, wo sie von den befruchteten Eiern aufgenommen wird. Hat die darin enthaltene RNA die richtige Abfolge von genetischen Buchstaben, schadet sie nicht den Larven, wohl aber den Milben, die sich an den Larven laben und sie über das Blut in den eigenen Körper aufnehmen.

Die RNA-Interferenz vererbt sich jedoch nicht an nachfolgende Bienengenerationen weiter. "Der Effekt ist vorübergehend", sagt Alan Bowman, Molekularbiologe an der University of Aberdeen in Schottland, "es handelt sich hier nicht um einen gentechnisch veränderten Organismus". Monsanto hat nach eigenen Angaben RNA-Moleküle identifiziert, die lebenswichtige Gene der Milben stören.

RNA-Interferenz sei eine elegante Methode, weil sie sehr spezifisch wirke, sagt Bowman. Denn die Sequenz der Moleküle müsse exakt zur Sequenz des Zielgens passen. Das Genom der Honigbiene ist bereits vollständig sequenziert, das Milben-Genom zumindest in Teilen. Deshalb sollte es nicht schwer sein, geeignete Zielgene zu finden, so Heck.

Neben Monsanto arbeiten auch andere Unternehmen an einer Milbenbekämpfung mittels RNA-Interferenz. Die Londoner Firma Vita entwickelt zurzeit gemeinsam mit Bowmans Universität und der National Bee Unit von Großbritannien ein eigenes Verfahren zum Gene-Silencing in den Parasiten. Die Arbeit von Monsanto an der Bienenschutztechnik ist nicht ohne Brisanz: Umweltschützer werfen dem Unternehmen vor, mit seinen Pestiziden selbst zu den Mitauslösern des Massensterbens bei Bienen zu gehören.

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(bsc)