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Geoblocking: EU will mehr Sendungen grenzübergreifend verfügbar machen

EU-Bürger sollen künftig mehr Programme im Netz sehen und hören können – auch im und aus dem Ausland.

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Geoblocking: EU will mehr Sendungen grenzübergreifend verfügbar machen

(Bild: dpa, Monika Skolimowska)

Europäische Radiohörer und Fernsehzuschauer sollen online künftig auf mehr Sendungen aus dem EU-Ausland zugreifen können als bisher. Unterhändler der EU-Staaten, der EU-Kommission und des Europaparlaments einigten sich am Donnerstag darauf, die Lizenzierung für bestimmte Inhalte zu vereinfachen.

Lizenzierung am Firmensitz

Für Nutzer im Ausland sind bislang viele Inhalte gesperrt– das sogenannte "Geoblocking". Dies soll sich für alle Radioinhalte sowie für aktuelle TV-Formate wie Nachrichtensendungen ändern. Auch Produktionen, die die Fernsehsender komplett selbst finanziert haben, sollen leichter verfügbar werden. Für diese Inhalte soll die Lizenzierung vereinfacht werden, sodass sie im Internet abgerufen können - entweder live oder später in den Mediatheken.

Dafür brauchen Radio- und Fernsehsender die nötigen Rechte künftig nur noch in jenem EU-Staat zu klären, in dem sie ihren Sitz haben. "Davon profitieren die 41 Prozent der Europäer, die online fernsehen, aber auch die 20 Millionen EU-Bürger, die in einem anderen EU-Land geboren wurden als in dem sie leben", sagte der für den digitalen Binnenmarkt zuständige EU-Kommissar Andrus Ansip.

"Chance vertan"

Der europäische Verbraucherschutz-Verband Beuc sieht in der Einigung vom Donnerstag hingegen eine vertane Chance, weil sie sich beim Fernsehen auf nachrichtliche Berichterstattung und vollständig eigenfinanzierte Produktionen beschränkt. "Dieser Deal ist nicht der dringend nötige Schritt nach vorn, um dem Geoblocking bei audio-visuellen Diensten ein Ende zu bereiten, aber es ist ein Schritt in die richtige Richtung", sagte Generaldirektorin Monique Goyens.

Die Einigung vom Donnerstag muss noch formell vom Parlament und den EU-Staaten bestätigt werden und tritt wenige Wochen später in Kraft. Dann haben die EU-Staaten zwei Jahre Zeit, die neuen Regeln in nationales Recht umzusetzen. In sechs Jahren wird die EU-Kommission bewerten, ob die neuen Vorgaben auf zusätzliche Fernsehprogramme ausgeweitet werden sollten.

Für Kunden von Streamingdiensten hat die EU bereits für Erleichterung gesorgt. Seit April müssen EU-Bürger auf Reisen in andere Mitgliedsländer nicht mehr auf Filme, Serien oder Sportsendungen verzichten, die sie digital abonniert haben – zumindest vorübergehend. Damit EU-Bürger nicht im Ausland auf Schnäppchenjagd gehen, gilt die Lockerung des Geoblocking nur für Urlaube und vorübergehende Auslandsaufenthalte wie zum Beispiel Auslandssemester. In der Praxis berichten Nutzer aber weiter von Problemen beim grenzenlosen Streaming. (Mit Material der dpa) / (vbr)

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