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Geplante Umbenennung: Facebook bekennt sich zu seinen Tochterfirmen

Offensichtlich sollen die Zukäufe WhatsApp und Instagram künftig den Zusatz "from Facebook" erhalten und damit ihre Zugehörigkeit zu Facebook deutlicher zeigen.

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(Bild: dpa, Britta Pedersen/Archiv)

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Lange Zeit hat sich Facebook zumindest namentlich aus seinen beiden großen Zukäufen Instagram und WhatsApp herausgehalten. In Kürze sollen die Töchter des sozialen Netzes jedoch einen Namenszusatz als Hinweis auf die Mutter erhalten. Damit bekennt sich das soziale Netz erstmals deutlich zu den ehemaligen Wettbewerbern. Intern sorgt der Plan wohl für gewisse Unruhe, zumal gerüchteweise auch die bisher unabhängigen Abteilungen stärker an die Kernplattform angebunden werden sollen.

Laut den Angaben des Portals The Information heißen die Plattformen künftig "Instagram from Facebook" beziehungsweise "WhatsApp from Facebook". Das neue "Branding" soll sowohl innerhalb der Anwendungen selbst als auch in den App-Stores sichtbar sein. Das soziale Netz hatte den Fotodienst Instagram 2012 für gerade einmal eine Milliarde US-Dollar zugekauft. WhatsApp ließ sich das Unternehmen fast das Zwanzigfache kosten: 19 Milliarden US-Dollar gingen 2014 für den Messenger über den Tisch.

Mögliche Gründe für das späte Bekenntnis gibt es einige. Naheliegend ist, dass Facebook die beiden Dienste untrennbar mit dem Kerngeschäft verbinden möchte. Die Stimmen, dass die Markmacht des sozialen Netzes inzwischen deutlich zu groß sei, werden in letzter Zeit lauter. Im Mai hatte Chris Hughes, einer der Mitbegründer von Facebook, die Zerschlagung gefordert. Er schrieb in der New York Times, dass das Unternehmen gezwungen werden solle, die Töchter WhatsApp und Instagram wieder abzustoßen. Kurz darauf wurde die Zerschlagung auch zum Thema im US-Wahlkampf.

Mark Zuckerberg gibt sich dagegen frustriert über die mangelnde Würdigung, die sein Unternehmen für das Wachstum von Instagram und WhatsApp erhalte. In der Außenwirkung dürfte der Namenszusatz "from Facebook" ein zweischneidiges Schwert sein: Einerseits bedient es die Eitelkeit der Mutter, könnte aber den beiden Töchtern mittelfristig schaden, die bei vielen Nutzern einen besseren Ruf genießen.

Die jeweiligen Gründer von WhatsApp und Instagram haben in den letzten beiden Jahren Facebook verlassen, und Zuckerberg hat sie durch alteingesessene Facebook-Manager ersetzt. US-Medien berichteten von angespannten Beziehungen zwischen Kevin Systrom und Mike Krieger von Instagram einerseits und Mark Zuckerberg andererseits. Vor allem habe Letzterer die Autonomie des Fotodienstes immer mehr eingeschränkt und mit der Versetzung des Facebook-Managers Adam Mosseri zu Instagram die beiden Gründer zum Abschied bewegt.

Dass es beim Rückzug von WhatsApp-Mitgründer Brian Acton vor allem um unterschiedliche Ansichten zu Verschlüsselung und Werbung ging, ist kein Geheimnis. Forbes zitiert ihn bezüglich Facebooks Führungsriege: "Sie sind gute Geschäftsleute. Sie stehen nur für eine Reihe von Geschäftspraktiken, Prinzipien und Ethik, mit denen ich nicht unbedingt einverstanden bin." Seine eigene Rolle bei der Übernahme sieht er durchaus selbstkritisch: "Letztendlich ist es so, dass ich mein Unternehmen verkauft habe. Ich habe die Privatsphäre meiner Nutzer für einen größeren Gewinn verkauft".

Eine Konzernsprecherin hat die geplante Umbenennung gegenüber The Information bestätigt und dabei betont, es ginge darum, klarer zu zeigen, welche Dienste und Produkte Teil von Facebook seien. Dass die Mitarbeiter, die für Instagrams Messaging-Funktion Direct verantwortlich sind, künftig direkt an das Team des Facebook Messenger berichten sollen, bestreitet die Sprecherin jedoch. (rme)