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Gerätehersteller für Banknoten-Kopierschutz gerüstet

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Anders als die meisten Software-Unternehmen kennen die Gerätehersteller den Banknoten-Kopierschutz schon seit langem. Andreas Kleinschmidt, Produktmanager bei Canon Deutschland, sagte gegenüber heise online: "Jedes Canon-Farbkopiersystem hat schon seit Jahren eine Kopiersperre." Wie viele Banknotensysteme unterstützt werden, hängt vom Platz auf der Speicherkarte ab. Derzeit werden neben dem Euro fast alle europäischen Banknotensysteme unterstützt.

Beim Scannen nimmt das System einen Mustervergleich zwischen den gelesenen und gespeicherten Daten vor. Stimmen die Muster überein, gibt der Kopierer eine schwarze Kopie aus. Canon-Kopierer bringen zudem bei jedem Druck mit für das Auge unsichtbaren, sehr feinen gelben Punkten die ID-Nummer des Kopiergeräts auf die Druckunterlage. Mit einem Blaufilter wird die Identifikation sichtbar. Auf diese Weise können Fahnder nachvollziehen, welches Gerät Dokumente wie Wertpapiere dupliziert hat. Mit Hilfe der Käuferdaten können sie dann herausfinden, wer ein Duplikat in Umlauf gebracht haben könnte.

Die Europäische Zentralbank drängt derzeit auf eine allgemeine Verpflichtung der Hersteller, einen Banknoten-Filter in alle Geräte, jede Software und sonstige Produkte zu integrieren, "die in der EU hergestellt, in die EU eingeführt oder innerhalb der EU vertrieben oder verkauft werden" und mit denen "Abbildungen erfasst, in Computersysteme oder aus Computersystemen übertragen oder mit denen digitale Bilder zum Zweck der Geldfälschung bearbeitet beziehungsweise hergestellt werden können". Auch die Europäische Kommission spricht sich für die Anwendung eines Kopierschutzes für Banknoten aus.

Größtenteils sind die Kopierer und Scanner bereits mit entsprechenden Sperrsystemen ausgestattet; Software wie Adobe Photoshop CS und Paint Shop Pro 8 lassen das Einlesen und Verarbeiten von Banknotenbildern ebenfalls nicht mehr zu. Eine verbindliche Regelung dürfte also zu keinen großen Veränderungen führen, ist aus der Branche zu hören. Canon-Produktmanager Andreas Kleinschmidt hält eine solche Verpflichtung jedenfalls für "sinnvoll". Nicht zuletzt hätten Hersteller, die Banknotensperren jetzt schon haben, einen kleinen Wettbewerbsvorteil. (Christiane Schulzki-Haddouti) / (anw)

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