Gericht: Amazon muss in Frankreich bei Corona-Schutz nachbessern

Weil Amazon den Schutz seiner Mitarbeiter vernachlässige, darf der Onlinehändler laut Gericht in Frankreich nur Lebensmittel und Medizinprodukte liefern.

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(Bild: Sundry Photography/Shutterstock.com)

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Amazon soll sich in Frankreich laut einem Gerichtsbeschluss auf Bestellungen von Lebensmitteln sowie Hygiene- und Medizinprodukten beschränken. Der Online-Händler habe in der Coronavirus-Krise seine Verpflichtungen zum Schutz von Gesundheit und Sicherheit der Angestellten in seinen Logistikzentren nicht ausreichend erfüllt, erklärte das Gericht im Pariser Vorort Nanterre am Dienstag. Amazon müsse nun in allen Lagern eine Risikobewertung durchführen und erforderliche Gesundheits- und Sicherheitsmaßnahmen treffen.

Amazon teilte mit, das Unternehmen sei mit der Entscheidung nicht einverstanden und versuche, schnell "zu verstehen, was das für unseren Betrieb in Frankreich bedeutet". In den vergangenen vier Wochen seien in die französischen Standorte 1,5 Millionen Schutzmasken und 27.000 Liter Hand-Desinfektionsmittel gebracht worden.

Für jeden Tag, an dem Amazon den geforderten Sicherheits- und Gesundheitsstandards nicht nachkomme, drohe eine Geldstrafe in Höhe von einer Million Euro, hieß es in dem Gerichtsurteil. Die gerichtliche Verfügung gegen Amazon war von der Gewerkschaftsgruppe Union Syndicale Solidaires beantragt worden. Die Gewerkschaft warf Amazon vor, in den Lagern nicht die Möglichkeit zu schaffen, damit die Angestellten die geforderten Maßnahmen gegen die Verbreitung des Virus Sars-CoV-2 einhalten können.

Auch in den USA ist Amazon mit solchen Vorwürfen konfrontiert. Ein Mitarbeiter aus einem New Yorker Warenlager, der wegen mutmaßlich unzureichender Absicherung einen Streik mitorganisiert hatte, wurde von Amazon sogar kurzerhand entlassen. Die Kündigung hatte für Aufsehen und Kritik gesorgt. (Mit Material der dpa) / (axk)