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Gerichtlich angeordnete iPhone-Entsperrung: Google-Chef unterstützt Widerstand des Apple-Chefs

Google-Chef Sundar Pichai meint so wie Apple-Chef Tim Cook, falls sich das FBI durchsetze, dass Apple beim Entsperren eines iPhone zu helfen habe, werde ein riskanter Präzedenzfall geschaffen.

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Sundar Pichai

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(Bild: dpa, Rajat Gupta)

Google-Chef Sundar Pichai springt Apple-Chef Tim Cook im Streit über eine angeordnete Entsperrung eines iPhones zur Seite. Auf Twitter schrieb er, Cooks Erwiderung auf eine gerichtliche Anordnung sei wichtig. Unternehmen zum Hacken zu zwingen, kompromittiere den Privatbereich der Nutzer.

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"Beunruhigender Präzedenzfall"

"Wir wissen, dass Strafverfolger und Geheimdienste großen Herausforderungen ausgesetzt sind dabei, die Bevölkerung vor Verbrechen und Terror zu schützen", twitterte Pichai. "Wir haben sichere Produkte entwickelt, um Informationen zu schützen, und übergeben den Strafverfolgern Informationen basierend auf rechtlich angemessenen Anordnungen." Es sei aber etwas völlig anderes, wenn Unternehmen die Geräte und Daten der Kunden hacken. "Es wäre ein beunruhigender Präzedenzfall." Pichai hofft auf eine umsichtige und offene Diskussion über das Thema.

Ein US-Gericht hatte angeordnet, Apple müsse die Ermittler des FBI dabei unterstützen, das iPhone eines Attentäters zu entsperren, der daran beteiligt war, im Dezember 2015 im kalifornischen San Bernardino 14 Menschen zu töten und 21 zu verletzen. Cook antwortete darauf in einem Brief an die Kunden, sein Unternehmen widersetze sich der Anordnung, weil sie weit über den eigentlichen Fall hinausgehende Konsequenzen nach sich ziehen würde.

Vorbild für repressive Regierungen

Der demokratische Senator Ron Wyden sieht ebenfalls die Gefahr eines riskanten Präzedenzfalls. Er könne eine Lawine auslösen und für repressive Regierungen wie in China und Russland ein Vorbild liefern. Das FBI interpretiere ein 230 Jahre altes Gesetz für seine Zwecke und könne damit das Fundament der Sicherheit erschüttern, sagte Wyden, der dem Senatsausschuss für Geheimdienste angehört, laut einem Bericht des Guardian.

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(anw)

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