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Gerüchteküche: Intel plant einige neue Desktop-PC-Prozessoren

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Mitarbeiter asiatischer Webseiten pflegen gute Kontakte zu den zahlreichen dort ansässigen Hardware-Produzenten, die es offenbar mit dem von Intel über vertrauliche Roadmap-Präsentationen verhängten Sprechverbot nicht so genau nehmen. Erfahrungsgemäß trifft nicht alles, was die eifrigen chinesischen und taiwanischen Journalisten ausgraben, hundertprozentig zu, doch oft genug liegen sie richtig. Auch bislang unbekannte Prozessorversionen wie der vor einigen Monaten diskutierte Core 2 Duo E8700, die kurz im Dickicht der Intel-Webseiten aufblitzen, geben immer wieder Hinweise auf die Pläne in Santa Clara – auch wenn damit nicht gesagt ist, dass solche Prozessoren wirklich erscheinen.

Die taiwanische Digitimes nennt gleich fünf neue Versionen von Prozessoren für Desktop-Rechner, die Intel angeblich am 31. Mai – also zwei Tage vor dem Start der Computex in Taipeh – vorstellen will. Dazu gehören zwei neue Core-i7-Versionen, nämlich der 975 Extreme Edition und der Core i7-950 mit 3,06 GHz für 562 US-Dollar. Ende Januar hatte es auch schon Spekulationen um einen Core i7-975 gegeben, damals aber im Verbund mit einem Core i7-960 – dass Intel die bislang erst drei Prozessoren (920, 940, 965 Extreme) umfassende Core-i7-Palette ausbauen wird, ist indes wahrscheinlich.

Der 133 US-Dollar teure Core 2 Duo E7600 erweitert die E7000-Reihe, ein Celeron Dual-Core E1600 für 53 US-Dollar die Celeron-Serie. Interessanter ist ein angeblich zu erwartender Pentium Dual-Core E6300 (84 US-Dollar), weil es bisher für Desktop-PC-Mainboards mit LGA775-Fassung nur die Pentium-Dual-Core-Versionen E2000 (65-nm-Fertigung, 1 MByte L2-Cache, FSB800) und E5000 (45-nm-Fertigung, 2 MByte L2-Cache, FSB800) gab. Eine E6000-Serie dürfte ebenfalls aus der 45-nm-Fertigung kommen und könnte mit 2 MByte L2-Cache, aber FSB1066 ausgestattet sein.

Andere Webseiten hatten auf der Intel-Webseite schon vor einigen Tagen einen Pentium Processor for Desktop E3200 entdeckt, der nun bloß noch im Google-Cache lagert: Diese 45-nm-CPU läuft angeblich mit 2,6 GHz am FSB1066, hat aber nur 1 MByte L2-Cache. Der Name verwirrt ein wenig, denn Intel scheint den Zusatz "Dual-Core" nicht durchgängig zu verwenden, obwohl alle zurzeit noch unter dem Namen Pentium gefertigten Prozessoren zwei Kerne haben. Jedenfalls wäre ein Pentium (Dual-Core) E3200 ein erster Vertreter einer Baureihe von 45-nm-Nachfolgern der E2000-Familie.

Die unübersichtliche CPU-Vielfalt treibt zwar so manchen PC-Bastler in den Wahnsinn, folgt aber dem marktwirtschaftlichen Konkurrenzdenken: Jeder Anbieter versucht, jede denkbare Preisnische mit einem eigenen Produkt zu stopfen, damit sich kein Konkurrent dort einnistet.

Die Neuvorstellungen führen laut Digitimes zu moderaten Preisreduktionen. Deshalb will Intel angeblich Mitte Juli die Preise der schon jetzt lieferbaren Core 2 Quad Q8300, Core 2 Duo E7500, Pentium Dual-Core E5400/5300 und Celeron Dual-Core E1500 um 10 bis 19 Prozent senken.

Interessant ist noch ein Hinweis auf die angeblich für den 19. April geplante Einführung von Core 2 Quad Q8400 und Q8400S sowie Preissenkungen für vier andere Core-2-Quad-Versionen (Q9300, Q9550S, Q9400S und Q8200S): Das passt zu Spekulationen, wonach AMD am 20. April eine ganze Reihe neuer AM3-Prozessoren einführen will – darunter vielleicht auch 65-Watt-Vierkerne aus der 45-nm-Fertigung.

Wie es die Spatzen – beziehungsweise Apple – von den Dächern pfeifen, dürfte Intel noch vor Ostern einen Schwung an Nehalem-Serverprozessoren einführen, und zwar als Baureihe Xeon 3500 enge Verwandte des Core i7 für Single-Socket-Systeme sowie die Xeon-5500-Familie für Boards mit zwei LGA1366-Fassungen. Darunter werden dann nicht nur 130-Watt-Versionen sein wie bei den bisherigen Core-i7-CPUs, sondern auch welche mit 95 Watt. (ciw)