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Gesetzlich vorgeschriebener Kill-Switch für Smartphones

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Auf Druck der südkoreanischen Regierung planen die Smartphone-Hersteller LG und Samsung, Anti-Diebstahl-Funktionen in ihre Smartphones einzubauen. Sollten Smartphones gestohlen werden oder auf andere Weise abhanden kommen, können Besitzer oder auch Netzbetreiber die Geräte aus der Ferne sperren oder komplett löschen. Durch die Einbindung in das Betriebssystem soll es Smartphone-Dieben erschwert werden, die Funktionen nach einem Diebstahl außer Kraft zu setzen. Auch ein Wechsel der SIM-Karte soll nicht helfen.

Laut einem Bericht des Techblogs Digits, das zum Wall Street Journal gehört, spricht das südkoreanische Wissenschaftsministerium mit den Herstellern über passende Funktionen; diese sollen möglicherweise schon im Anfang des kommenden Jahres zur Verfügung stehen. Die Nutzer müssten sich für den Dienst registrieren, heißt es weiter.

Die meisten gestohlenen Smartphones werden den Angaben zufolge aus dem Land gebracht, weil sie in Südkorea von den dortigen Netzbetreibern nicht mehr ins Netz gelassen würden. In Deutschland gibt es kein Netzbetreiber-übergreifendes Register mit den IMEI-Nummern gestohlener Smartphones, aus dem Ausland importierte Handys – ob legal oder illegal – dürften sich hier problemlos in alle Netze einbuchen können.

Forderungen nach einem durch die Hersteller eingebauten Schutz vor dem Smartphone-Diebstahl kommen auch aus den USA: Dort hatte der Generalstaatsanwalt des US-Bundesstaats New York, Eric Schneiderman, Mitte Mai Zahlen veröffentlicht. Demnach sind 2012 alleine in New York mehr als 10.000 iPhones gestohlen worden, diese machen 70 Prozent aller Diebstähle aus. Schneiderman will ebenfalls die Gerätehersteller mehr in die Pflicht nehmen. Die US-Aufsichtsbehörde FCC hat zudem bereits vor einem Jahr ein Handy-Register in Betrieb genommen, das in Zusammenarbeit mit den amerikanischen und mexikanischen Netzbetreibern ein Einbuchen gestohlener Handys in deren Netze verhindern soll. (ll)