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Gesichtserkennung an US-Flughafen hat erstmals Einreise verhindert

Zum ersten Mal soll ein System zur Gesichtserkennung den falschen Pass eines Passagiers erkannt und damit eine illegale Einreise in die USA verhindert haben.

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Gesichtserkennung

(Bild: dpa, Uli Deck/Symbolbild)

Die automatisierte Gesichtserkennung an einem Flughafen in den USA soll zum allerersten Mal überhaupt einen Verdächtigen gemeldet haben, der einen falschen Pass vorgezeigt hatte und dem daraufhin die Einreise verweigert wurde. Das berichtet NBC News.

Am Flughafen Washington Dulles war das System zur Gesichtserkennung erst am Montag in Betrieb genommen worden. Am Mittwoch schlug es erstmals Alarm und meldete einen Passagier, der einen französischen Pass vorzeigte, dessen Foto das Computersystem als nicht identisch mit dem Gesicht des Mannes einstufte, schreibt NBC. Der 26jährige sei nach Auskunft der U.S. Customs and Border Protection (CBP) daraufhin gründlich durchsucht worden. In seinem Schuh sei ein Ausweis der Republik Kongo gefunden und der Passagier anschließend nach Brasilien zurückgeschickt worden, von wo er in die USA einzureisen versucht hatte.

Dies sei der erste Fall, bei dem die Gesichtserkennungssysteme an US-Flughäfen einen Verdächtigen gemeldet hätten, der mit einem falschen Pass einzureisen versucht hatte, teilte die Behörde CBP mit. Das System werde derzeit bereits an 14 Flughäfen in den Vereinigten Staaten getestet. Das System arbeite nicht nur schneller, sondern auch zuverlässiger beim Erkennen der Passagiere und dem Abgleich mit vorliegenden Dokumenten, und soll nach Aussagen der CBP eine Genaugkeit von 99 Prozent besitzen.

Auch in der EU ist ein automatisiertes und computergestütztes Grenzkontrollsystem im Entstehen, das unter anderem ebenfalls auf Gesichtserkennung setzt. Das "Smart Borders"-Programm wurde 2013 auf den Weg gebracht und wird seit 2015 am Frankfurter Flughafen erprobt. Datenschützer kritisieren das Zusammenführen aller erfassten biometrischen Merkmale von reisenden in einer einzigen großen Datenbank, die auch zu polizeilichen Zwecken genutzt werden soll.

Die Fluggesellschaft Quantas testet den Einsatz von Gesichtserkennung mit dem Ziel verkürzter Wartezeiten, ebenso der Flughafen Zürich. Am Berliner Bahnhof Südkreuz wird ebenfalls automatische Gesichtserkennung erprobt, die unter anderem zu einem "gesteigerten Sicherheitsgefühl" beitragen soll, jedoch von Bürgerrechtlern und Informatikern kritisiert wird.

In der Kritik steht Gesichtserkennung aber auch wegen technischer Anfälligkeiten. So soll die Fehlerquote eines solchen Systems bei der Polizei von Wales bei einem Champions-League-Finale 2018 bei 92 Prozent gelegen haben. Auch die Auswertung von Bildmaterial der Ausschreitungen beim G20-Gipfel 2017 in Hamburg mit dieser Methode soll kaum Ergebnisse erbracht haben. (tiw)

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