Gesucht: Vorschläge für die Big-Brother-Preise

Ende Oktober werden in Deutschland, Österreich und der Schweiz wieder die Big-Brother-Preise an diejenigen vergeben, die sich um die Verletzung der Privatsphäre "verdient" machten.

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Ende Oktober werden in Deutschland, Österreich und der Schweiz wieder die Big-Brother-Preise vergeben. Ende August läuft die Frist ab, um für den deutschen und Schweizer Negativ-Preis an Datenschutz-Sünder Vorschläge einzureichen.

Anfang September wird die Jury für den deutschen Preis tagen, die wie in den Vorjahren aus Foebud, dem Chaos Computer Club (CCC), dem Deutschen Verband für Datenschutz (DVD), dem alternativen Informatikerverband FifF und dem Förderverein Informationstechnik und Gesellschaft (FITUG) besteht. Organisiert wird der Preis vom Bielefelder Foebud. Am 25. Oktober wird dann der Preis wieder in Bielefeld vergeben.

In Österreich steht bereits das diesjährige, von der drohenden europaweiten Datenspeicherpflicht inspirierte Motto: "Wenn sie wissen, was du gestern und vorgestern getan hast, werden sie bald wissen, was du morgen wahrscheinlich tust." Denn in diesem Jahr wurden Vorgaben der Enfopol-Papiere in den Überwachungsverordungen in Österreich und Deutschland weitgehend umgesetzt: Polizei und Nachrichtendienste haben über normierte Schnittstellen Zugriffe auf die Telekommunikationsnetze.

Erstmals wurde der Big-Brother-Preis am 26. Oktober 1998 in London verliehen. Inzwischen wird er jährlich in neun Ländern an diejenigen verliehen, die sich um die Verletzung der Privatsphäre am meisten "verdient" gemacht haben. In einigen Ländern wie in Großbritannien und der Schweiz werden auch Positiv-Preise verliehen an diejenigen, die sich am stärksten für die Bewahrung der Privatsphäre eingesetzt haben. In den USA erhielten vor kurzem unter anderem Justizminister John Ashcroft und Oracle-Boss Larry Ellision den Big-Brother-Award; hierzulande erhielt im vergangenen Jahr auch Bundesinnenminister Otto Schily den Preis für seinen "Otto-Katalog" von Überwachungsmaßnahmen im Zuge der Terror-Bekämpfung. (Christiane Schulzki-Haddouti) / (jk)