zurück zum Artikel

Geteiltes Echo auf Rückkauf-Aktion von Michael Dell

Die Rückkauf-Pläne[1] des angeschlagenen Computerherstellers Dell durch den Unternehmensgründer Michael Dell hat unter dessen großen Rivalen ein geteiltes Echo erzeugt. Der kalifornische PC-Pionier Hewlett-Packard verkündete[2] bereits weniger als zwei Stunden nach der Ankündigung seine Zweifel an der Sinnhaftigkeit der Pläne. Die Übernahme werde noch mehr Ungewissheiten für die Kunden bringen, erklärte der Dell-Rivale.

Michael Dell
Neustart mit Risiken: Michael Dell wagt den Rückkauf seines Unternehmens. (Bild: dpa, Jens Wolf/Archiv )

Lenovo dagegen hielt sich diplomatisch zurück: Die geplante Transaktion habe auf die eigenen Prognosen für das Geschäft von Lenovo keine substanziellen Auswirkungen, zitiert[3] das Wall Street Journal den chinesischen Hersteller. Lenovo liefert sich aktuell mit HP einen Wettkampf um die Position des weltgrößten Computerherstellers.

Lenovo vermied es in dem vorsichtigen Kommentar sogar, den Namen Dell zu nennen. "Unsere Strategie ist klar, unsere finanzielle Situation ist gesund und unser Geschäft ist sehr stark", zitiert die Zeitung das Unternehmen. Statt auf störende finanzielle Manöver und strategische Richtungswechsel konzentriere es sich lieber auf seine Produkte und seine Kunden.

HP spart unterdessen nicht an Kritik – und will von einer Schwächung seines Rivalen selbst profitieren. Die Rückkauf-Aktion werde Dell noch weniger finanziellen Spielraum geben, um neue Produkte zu entwickeln. "Wir glauben, dass Dells Kunden jetzt begierig nach Alternativen Ausschau halten werden, und HP wird aus dieser Gelegenheit seine Vorteile ziehen."

Dell, einst weltgrößter Computerhersteller, leidet[4] seit geraumer Zeit an dem schwachen PC-Markt. Anders als viele seiner Wettbewerber ist das Unternehmen mit Smartphones und Tablets kaum präsent. Unternehmensgründer Michael Dell will nun einen radikalen Kurswechsel einleiten und zusammen mit einem Konsortium für 24,4 Milliarden Dollar (18 Milliarden Euro) sein Unternehmen zurückkaufen. Dadurch erhofft sich Dell unter anderem auch wieder mehr Spielraum für neue Innovationen. Auch von Microsoft wird Dell unterstützt. Der Softwarekonzern steuert einen Kredit in Höhe von 2 Milliarden Dollar bei. (dpa) / (mho[5])


URL dieses Artikels:
http://www.heise.de/-1798899

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/meldung/Michael-Dell-kauft-sein-Unternehmen-zurueck-1798116.html
[2] http://www8.hp.com/us/en/hp-news/press-release.html?id=1367236#.URJMeGcp8_c
[3] http://blogs.wsj.com/digits/2013/02/06/lenovos-diplomatic-response-to-dell-buyout/
[4] https://www.heise.de/meldung/Fuer-Dell-geht-es-weiter-abwaerts-1751002.html
[5] mailto:mho@heise.de