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Getty Images bietet kostenlos einbettbare Bilder

Bestimmte Bilder von Getty dürfen nun unter ganz bestimmten Bedingungen gebührenfrei benutzt werden . in Form eines iFrame. So sammelt Getty Daten und verkauft womöglich bald Werbung.

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Getty Images bietet nun Bilder zur kostenfreien Einbettung an

Der Bilderdienst Getty Images hat eine kostenlose Nutzungsmöglichkeit für Millionen Bilder eingeführt. Sofern das bei einem Bild konkret angeboten wird, darf es mittels iFrame in Webseiten, Blogs und soziale Netzwerke eingebettet werden. Den entsprechenden HTML-Code stellt Getty Images für copy&paste zur Verfügung, wenn man auf das HTML-Code-Logo clickt. "Sie dürfen eingebettete Getty Images-Inhalte nur zur redaktionellen Zwecken (also im Zusammenhang mit Ereignissen, die berichtenswert und von öffentlichem Interesse sind) verwenden", heißt es in den diese Woche neu erstellten Nutzungsbedingungen.

Außerdem sind bestimmte Einbettungen ausdrücklich untersagt, darunter für "jegliche gewerbliche bzw. geschäftliche Zwecke [...] oder auf eine Weise, die eine Empfehlung oder Sponsoring impliziert". Gleichzeitig behält sich Getty Images vor, die Darstellungen jederzeit zu entfernen. Das könnte gegebenenfalls leere iFrames hinterlassen.

Bei Bildern, die in eigene Webseiten per iFrame integriert werden können, liefert Getty Images gleich den HTML-Code mit

Die iFrames zeigen das Bild in einer vorgegebenen Auflösung. Die kürzere Bildkante ist derzeit um die 400 Pixel lang, die längere Bildkante ist vom Seitenverhältnis abhängig. Unter der Darstellung ist das Getty-Logo platziert, eine Quellenangabe sowie drei kleine Icons: Twitter, Tumblr und ein Logo für HTML-Code. Es verlinkt zum Code für einen weiteren iFrame mit dem selben Bild.

"Getty Images (oder von Getty Images beauftragte Dritte) sind berechtigt, Daten im Zusammenhang mit der Nutzung des eingebetteten Viewers und eingebetteter Getty Images-Inhalte zu erfassen, und behält sich das Recht vor, im eingebetteten Viewer Werbung anzuzeigen oder seine Nutzung anderweitig kommerziell auszuwerten, ohne Sie hierfür zu entschädigen", wird zudem festgehalten. Derzeit wird aber (noch) keine Reklame eingeblendet.

Diese Neuerungen bedeuten eine Erweiterung des Geschäftsmodells. Bisher hat Getty mit der Lizenzierung von Bildern, Musik und Videos sein Geld verdient. Dazu kommt nun, vorerst beschränkt auf ausgewählte Bilder, das Geschäft mit Daten und wahrscheinlich Werbung. Die deutlichen Einschränkungen der Anwendungsfälle sollen sicherstellen, dass zahlende Kunden nicht auf die kostenfreien Einbettungen umsteigen. Gleichzeitig dürfte so mancher, der Getty-Bilder bisher ohne Lizenz verwendet hat, auf die iFrame-Variante umsteigen.

Keine Überraschung wäre eine spätere Ausdehnung auf Videos und Musik. Dass gibt es bei Anbietern wie YouTube beziehungsweise Soundcloud ja schon seit geraumer Zeit.

Einbettbare Getty-Bilder zu finden ist derzeit gar nicht so einfach. Der Suchmaske mangelt es an einer passenden Option. In der Bilderübersicht eines Suchergebnisses ist ebenfalls kein Hinweis zu sehen. Erst wenn man den Mauszeiger über der Vorschau eines Bildes hält oder aber das Bild anklickt wird der HTML-Code-Button sichtbar. Oder eben nicht, wenn das Bild nicht für gestattete Einbettungen vorgesehen ist.

Auf einer eigenen Embed-Webpage hat Getty links unten einen Link angebracht, der zu den einbettbaren Bildern führt. Der Zähler zeigt gut 12,8 Millionen Ergebnisse an, wovon etwa zehn Millionen aus dem "Editorial"-Segment stammen dürften. Eine Stichwortsuche innerhalb der Ergebnisse zeitigt jedoch false Positives, also Fotos, bei denen gar keine Einbettung angeboten wird.

Getty Images, die von Jonathan Klein und dem Getty-Erben Mark Getty 1995 gegründete kommerzielle Bildagentur, ist nicht zu verwechseln mit dem Getty-Museum, das der Ölmagnaten J. Paul Getty 1953 ins Leben rief. Das Getty-Museum stellt seit August 2013 rund 4600 Fotos von Kunstwerken zur freien Verwendung zur Verfügung. (Daniel AJ Sokolov) / (jk)

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