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Gewerkschaft VBE nennt IT-Ausstattung der Schulen "mittelalterlich"

Sowohl an der Ausstattung als auch am technischen Support bleiben viele Wünsche an deutschen Schulen offen, hat eine Umfrage im Auftrag der Lehrergewerkschaft VBE ergeben.

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Gewerkschaft VBE nennt IT-Ausstattung der Schulen "mittelalterlich"

Die IT-Ausstattung der Schulen in Deutschland ist laut einer Umfrage der Lehrer-Gewerkschaft VBE "mittelalterlich". Zwar haben 77 Prozent der Lehrer Zugang zu einem Dienst-Computer. In der Regel sei das aber ein Einzelexemplar, das im Lehrerzimmer oder bei der Schulleitung stehe, kritisierte der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann am Mittwoch in Düsseldorf. 22 Prozent der Pädagogen hätten überhaupt keinen Zugang zu einem Dienst-Computer. Weiteres Ergebnis der Forsa-Repräsentativ-Erhebung: Trotz der schlechten IT-Bedingungen nutzen nahezu 90 Prozent der Lehrer für ihren Unterricht das Internet und digitales Material.

Angaben in Prozent

(Bild: Forsa)

Beckmann betonte zur Vorstellung der Zahlen: "Lehrer sind keine digitalen Muffel." Die große Mehrheit der rund 751 telefonisch befragten Pädagogen aller Schulformen gab an, sich die nötigen IT-Kenntnisse privat angeeignet zu haben. Nur ein Prozent der Lehrer sagte, die eigene Schule verfüge für jede Klasse über einen Satz an Tablet-Computern oder Smartphones. Dagegen berichteten 87 Prozent, dass es solche Geräte für ihre Schüler überhaupt nicht gebe. Die Politik müsse mehr Geld in die digitale Ausstattung der Schulen investieren, forderte der VBE. Auf diesem zukunftsträchtigen Feld seien Grundschulen besonders abgehängt.

57 Prozent der befragten Lehrkräfte haben eine geschützte dienstliche E-Mail-Adresse. Ein Viertel der befragten Schulleitungsmitglieder müsse ohne geschützte Dienst-E-Mail-Adresse auskommen. "Das ist nichts anderes als eine Ermunterung der Schulen durch die Verantwortlichen von Land und Schulträgern zu einem fahrlässigen Umgang mit Daten", meinte Beckmann. Im beruflichen Alltag fielen viele schützende Daten über Schüler und deren Lernsituation sowie über interne Arbeitsprozesse in der Schule an. Auch fragten Schulämter, Schulverwaltungen und Ministerien regelmäßig Daten ab, die vor Missbrauch geschützt werden müssten

Aber nicht nur die IT-Ausstattung sei mangelhaft, meint der VBE, überdies werde die technische Betreuung den Schulen selbst überlassen. "Weniger als die Hälfte der befragten Lehrerinnen und Lehrer berichtet, dass sich an ihrer Schule IT-Fachpersonal beziehungsweise ein IT-Support darum kümmert. 71 Prozent geben dagegen an, dass sich einzelne Fachlehrer um die Wartung kümmern." (anw)

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