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Gigabit-Schub für Powerline-Vernetzung

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Die spanisch-britische Neugründung Gigle hat ihren ersten Interface-Chip zur Datenübertragung über Hausverkabelung getestet. Der als Proof-of-concept entwickelte Prototyp des mediaxtream getauften Systems soll bis zu 1 Gigabit pro Sekunde durch Stromleitungen, Telefonkabel oder Koax-TV-Kabelsysteme schicken. Aktuelle Lösungen erreichen bestenfalls 200 Megabit/s auf dem Medium (PHY), wovon unter günstigen Umständen 60 bis 80 MBit/s auf Anwendungsebene übrig bleiben. Die EETimes zitiert den Firmengründer Juan Carlos Riveiro mit der Angabe "One gigabit class bandwidth", was man allerdings auch als gerade etwas schneller als Fast Ethernet deuten kann. Laut Simulationen sollen auf Stromleitungen brutto bis zu 600 MBit/s möglich sein, in der Praxis dürfte die obere Grenze eher bei 300 bis 400 MBit/s liegen. Höhere Bruttoraten könnten auf den anderen Medien – Telefonleitungen und TV-Kabelsysteme – möglich sein.

Riveiro war früher Cheftechniker (CTO) des spanischen IC-Hauses DS2 und dort unter anderem für die Entwicklung der DS2-200-MBit-Chips verantwortlich, die beispielsweise in Powerline-Adaptern von Corinex, Netgear oder Allnet stecken. Von DS2 hat sich Riveiro offensichtlich gelöst, denn mediaxtream ist nicht zu deren 200-MBit-Technik kompatibel, sondern zum Homeplug-AV-System des DS2-Konkurrenten Intellon, das unter anderem in Powerline-Adaptern von devolo steckt. Nach dem erfolgreichen Test hofft das in Barcelona und Edinburgh ansässige, wagniskapitalfinanzierte Unternehmen, einen Serienbaustein im Jahr 2008 herauszubringen. (ea)