Gigabit-WLAN: AVM und Lancom Systems liefern Wi-Fi-6-Geräte aus

Wi-Fi 6 etabliert sich als neuer WLAN-Standard: Jetzt bringen zwei deutsche Hersteller ihre ersten Router beziehungsweise Access-Points in den Markt.

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Fritzbox 6660

(Bild: AVM )

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Neun Monate nach ihrer Ankündigung liefert die Firma AVM nun die Fritzbox 6660 aus: Der für Internet per TV-Kabel ausgelegte WLAN-Router funkt über zwei MIMO-Streams in beiden Funkbändern (2,4 und 5 GHz). So erreicht er bei der typischen 5-GHz-Kanalbreite von 80 MHz maximal 1200 MBit/s brutto. Mit einem 160-MHz-Kanal kommt das Gerät sogar auf 2400 MBit/s. Das lässt mit passenden Clients einen Nettodurchsatz knapp über der Gigabit-Grenze erwarten, freilich nur auf kurze Distanzen, nicht quer durch die Wohnung.

Aus dem TV-Kabel holt die Fritzbox 6660 nach dem DOCSIS-Standard 3.0/3.1 per Kanalbündelung maximal 6 GBit/s ins Haus, 1 GBit/s können dabei in Gegenrichtung laufen. Mit seinem NBase-T-Port kann der Router davon bis zu 2,5 GBit/s ins LAN transportieren. Das dürfte für die mittelfristig zu erwartenden Tarife der Kabelprovider genügen, mehr als 1 GBit/s bietet aktuell noch keiner an. Wie bei Fritzboxen üblich hat auch das 229 Euro teure Modell 6660 eine integrierte Telefonanlage mit einem analogen Anschluss und einem DECT-Modul für Schnurlostelefone.

Neben den im Herbst 2019 angekündigten Wi-Fi-6-Fritzboxen für Glasfaseranschlüsse fehlt nun nur noch ein Modell für den am weitesten verbreiteten Anschlusstyp xDSL: Vielleicht schlüpft ja zum anstehenden Mobile World Congress in zwei Wochen schon eine Fritzbox 7690 oder 7630 aus dem Ei.

Lancom Systems hat mit den Access-Points LX-6400 und LX-6402 zwei WLAN-Basen für Firmen im Angebot: Beide funken mit 4 MIMO-Streams in beiden WLAN-Bändern. Sie erreichen so auch mit einem 80-MHz-Kanal auf 5 GHz bis zu 2400 MBit/s brutto als Summendurchsatz. Für die Verbindung ins LAN gibt es einen NBase-T-Port mit maximal 2,5 GBit/s, über den auch die Energieversorgung läuft (PoE+, IEEE 802.3at). Ein zusätzlicher Gigabit-Ethernet-Port reicht das Netz bei Bedarf weiter.

Die Rundstrahler bei Lancoms Access-Point LX-6402 lassen sich durch Sektorantennen ersetzen. Das Modell LX-6400 hat welche mit 180° Abdeckung integriert.

(Bild: Lancom )

Die Wi-Fi-6-APs laufen wahlweise autark per Browser-Konfiguration oder zentral über Lancoms Cloud-Dienst LMC gesteuert. Der Betrieb über einen lokalen WLAN-Controller soll ab April 2020 möglich sein. Beim LX-6400 sind Sektorantennen mit 180° Abdeckung ins Gehäuse integriert. Das Modell LX-6402 hat externe Rundstrahler, die sich wahlweise durch Sektorantennen ersetzen lassen, um etwa einen Saal "aus der Ecke" zu versorgen. Für beide Modelle setzt Lancom einen Listenpreis von 832 Euro an.

Wi-Fi 6 bringt bei sonst gleichen Randbedingungen (Kanalbreite, Antennenzahl) bis zu 40 Prozent mehr Durchsatz als der Vorgänger Wi-Fi 5. Mit welchen Kniffen die neue Technik das WLAN weiter beschleunigen soll, erläutert der Artikel "Volle Packung" aus c't 3/2020. Wie man einen Laptop nachträglich für Wi-Fi 6 ertüchtigen kann, schildert der c't-Beitrag "6er-Implantat".

(ea)